Thomas Geisler kuratiert Design-Biennale Ljubljana

12. Dezember 2019 · Biennalen

Josip Titos ideologischer Bruch mit Moskau 1949 bescherte Jugoslawien ein verhältnismäßig liberales kulturelles Klima, im Vergleich zu den damals strikt moskauhörigen Ostblock-Staaten. So konnte sich ab 1963/64 die Bio-Design-Biennale in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana von Anfang an als eine internationale, offene Veranstaltung etablieren, die bis heute den Schwerpunkt auf Industriedesign legt, aber auch auf visuelle Kommunikation und Grafik-Design – denn vor allem die grafischen Künste wurden in Jugoslawien besonders gepflegt und gefördert. Heute kommt auch weiterer Schwerpunkt auch noch Markendesign hinzu. In mancherlei Hinsicht ähnelt die Biennale mehr einer Messe, denn in all den Jahren hatten auch große Produzenten wie Kawasaki, IKEA, Siemens oder Vitra Internationale mitd en Entwürfen ihrer Designabteilungen hier ihre Auftritte. Die Biennale läuft bis zum 9. Februar 2020; die Hauptausstellung unter dem Leitthema „Common Knowledge“ dann noch weiter bis zum 23. Februar 2020. Kurator ist Thomas Geisler, Direktor des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der 2020 einige Ergebnisse dieser Biennale auf Schloss Pillnitz vorstellen wird. Begleitet wird die Biennale nämlich von einem Programm mit interdisziplinär zusammen gestellten Teams, die zu diesem Leitthema gemeinsam Ideen und Prototypen erarbeiten, „die Wege aufzeigen, wie die Gesellschaft besser den Umgang und die Wahrhaftigkeit von Informationen, Wissen und Wissenstransfer organisieren kann.“

Dazu in Band 130 erschienen: