Torten-Attentat auf Mona Lisa

31. Mai 2022 · Kulturpolitik
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Wie die Wiener Zeitung „Der Standard“ berichtete, habe ein Augenzeuge im Pariser Louvre beobachtet, „ein Mann mit einer Perücke“ sei „aus einem Rollstuhl aufgestanden und habe“ Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ „mit einer Cremetorte beworfen.“ Durch die Panzerglasscheibe wurde jedoch eine Beschädigung des Werks verhindert. Die Museumsleitung mochte den Vorfall bislang nicht bestätigen, doch auf Twitter und Instagram wurden Fotos gepostet, die einen Aufseher beim Reinigen der Schutzglasscheibe zeigen. In einem Video ist auch zu sehen, wie das Wärterpersonal den mutmaßlichen Werfer wegbringt. Es soll sich bei ihm um einen Umweltaktivisten handeln, der mit seiner Attacke auf die Zerstörung des Planeten aufmerksam machen wollte. Leonardos berühmtestes Werk ist unbezahlbar. Der Versicherungswert lag 1962 bereits bei 100 Mill. US-Dollar, was inflationsbedingt heute einer Summe von 843 Dollar entsprechen würde. Derlei Kunstvandalismus kommt leider immer wieder vor: auf die „Mona Lisa“ wurden bereits 1956 gleich zwei Attentate verübt, einmal von einem Steinwerfer, und dann auch noch von einem Säureattentäter. Der von der Presse als „Dürer-Attentäter“ apostrophierte Hans-Joachim Bohlmann beschädigte zwischen 1977 und 1988 in diversen Museen mehr als 50 Kunstwerke und richtete damit einen Schaden von 130 Mill. Euro an. Er galt als psychisch krank. Der russische Performancekünstler Alexander Brener protestierte gegen „Korruption und Kommerzialismus in der Kunstwelt“, indem er 1997 im Stedelijk Museum von Amsterdam auf ein Bild von Kazimir Malevich ein Dollar-Zeichen sprühte. Auch Uriel Landeros, der 2012 ein Picasso-Bild besprühte, bezeichnete dies als einen „Akt des politischen Ungehorsams“.

Dazu in Band 31 erschienen:

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