Venedig-Biennale: Absage des israelischen Pavillons gefordert

Fast 200 Künstler*innen, Kurator*innen und Kunstschaffende, die an der diesjährigen Venedig-Biennale beteiligt sind, unterzeichneten einen Offenen Brief mit der Forderung des Ausschlusses von Israel. Unterzeichnet haben die Aufforderung unter anderem Alfredo Jaar, Yto Barrada, Rosana Paulino, Meriem Bennani, Cauleen Smith, Binna Choi und Carles Guerra. Initiiert wurde die Kampagne von „Art Not Genocide Alliance“, kurz ANGA. Sie übergaben den Offenen Brief dem Präsidenten und Vorstand der Biennale.
In ihrem Schreiben argumentieren sie, dass die israelischen Handlungen das palästinensische Kulturleben zerstört habe. Es heißt in dem Brief: „Die israelische Gewalt richtet sich auch gegen die Kunst und Kultur, die von der Biennale angeblich als unantastbar angesehen wird.“ Zudem heißt es: „Wir, die Unterzeichnenden, stehen als Künstler*innen, Kurator*innen und Kunstschaffende gemeinsam dafür ein, Ihnen nicht zu gestatten, dem israelischen Staat eine Plattform zu bieten, während dieser Völkermord begeht.“ Sie handeln nach eigenen Aussagen „zur Unterstützung unserer Künstlerkolleg*innen und Kulturschaffenden in Palästina, in Solidarität mit Palästina und in der tiefen Hoffnung auf ein Ende des zionistischen Völkermords und der anhaltenden Apartheid sowie auf die Wiedergeburt eines freien Palästinas“.
Bereits am 2. Oktober 2025 appellierte ANGA an die Organisator*innen der Venedig-Biennale und forderten den Ausschluss Israels von dem diesjährigen Kunst-Großevent, erhielt jedoch keine Antwort, weswegen dieser Offene Brief nun folgte. In ihrem ersten Schreiben warnten sie vor einem möglichen Boykott der Ausstellung durch Künstler*innen und Kulturschaffende.
Da der Länderpavillon Israels in den Giardini wegen Renovierungsarbeiten nicht bespielt werden kann, wurde Israel in Räumen des Arsenale aufgenommen, was ANGA ebenfalls kritisierte. Gezeigt wird der in Rumänien geborenen Bildhauer Belu-Simion Fainaru, der in Haifa lebt und arbeitet. Zur aktuellen Situation äußerte sich Fainaru gegenüber The Art Newspaper: „Als Künstler lehne ich kulturelle Boykotte ab, da ich an die Bedeutung von Dialog und Austausch glaube, besonders in schwierigen Zeiten. Meine Teilnahme ist ein Bekenntnis zur Kunst als sicherem Raum für offene Reflexion. Ich hoffe, dass die Besucher sich auf meine Arbeit auf ihre eigene Weise einlassen. Kunst sollte ein Raum für Dialog, Meinungsverschiedenheiten und Komplexität bleiben.“
Parallel zu den Forderungen der ANGA zum Ausschluss Israels steht die Biennale-Leitung auch wegen der Teilnahme von Russland unter Druck, die unter anderem von EU-Politiker*innen stark kritisiert wird. Hierzu äußerte sich die ANGA ebenfalls und mahnte an, dass ein Ausschluss Russlands bei einer Teilnahme Israels eine „eindeutige Doppelmoral“ darstellen würde. Die Leitung der Biennale verkündete bislang, dass sie jede Form des Ausschlusses und der Zensur von Kultur und Kunst ablehne. In einer Erklärung heißt es: „Die Biennale ist, wie die Stadt Venedig, weiterhin ein Ort des Dialogs, der Offenheit und der künstlerischen Freiheit, der Verbindungen zwischen Völkern und Kulturen fördert, verbunden mit der unerschütterlichen Hoffnung auf ein Ende von Konflikten und Leid.“
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