Vier "Oscars" für Thriller-Satire "Parasite"

12. Februar 2020 · Film

Nicht ein Hollywood-Blockbuster wurde bei der diesjährigen „Oscar“-Verleihung in der Hauptkategorie als „bester Film“ und ebenso als „bester internationaler Film“ ausgezeichnet, sondern ein Beitrag aus dem Ausland, nämlich die südkoreanische Thriller-Satire „Parasite“ des Regisseurs Bong Joon-ho, der auch zusammen mit Han Jin-won das Drehbuch geschrieben hat. Die Gesellschaftssatire um einen Mann aus armen Verhältnissen, der sich hochstaplerisch bei einer reichen Familie eine Stelle als Privatlehrer verschafft, gewann seit der Uraufführung bereits viele Film- und Festivalpreise. Kritiker interpretieren die Handlung als Kritik an den westlichen Konsumgesellschaften und ihrer Lebensart. Die Entscheidung der Academy, welche die Oscars vergibt, nennt „T-Online.de“ „historisch“, denn der Film erhielt noch zwei weitere Oscars, nämlich für Bong Joon-ho als „bester Regisseur“ und des weiteren ebenso für das „beste Drehbuch“: der vierfache Oscar-Triumph ist bisher einmalig in der 92jährigen Geschichte der Oscar-Verleihungen. „Nur zehn nicht englischsprachige Filme schafften es bisher, in der Hauptkategorie des ‚best picture‘ überhaupt nominiert zu werden“, schreibt Andreas Borcholte in „Spiegel Kultur“. Denn bisher habe „sich die US-amerikanische Kinoindustrie, die umsatzstärkste und prominenteste der Welt, mit den Academy Awards natürlich in erster Linie selbst feiern und ihrer kulturellen Hegemonie vergewissern“ wollen. Doch nun fände ein Umdenken statt.