Zentrum für Politische Schönheit: Online-Pranger

4. Dezember 2018 · Aktionen & Projekte
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Ganz bewusst setzt das Künstler- und Theaterkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ den Schock der Provokation ein, um eine Bewusstseinserhellung zu erreichen. Die jüngste Aktion besteht in der Einrichtung einer Website „Soko-Chemnitz“ mit dem Aufruf, „Teilnehmer der Chemnitzer Demonstrationen vom August diesen Jahres zu denunzieren.“ MDR-Kultur bewertet diese Aktion allerdings als „Online-Pranger“, und die sächsische Landesregierung mahnte die Künstler bereits ab: laut „Freier Presse“ wurde das Zentrum nämlich aufgefordert, das Logo der Marketingkampagne für den Freistaat Sachsen „So geht sächsisch“ von der Webseite zu entfernen. Die Polizei wiederum entfernte aus dem Chemitzer „Recherchebüro Ost“ Bilder von vermeintlichen Demonstrationsteilnehmern. Zentrums-Leiter Philipp Ruch und seine Mitstreiter behaupten, „3 Millionen Bilder von 7.000 Verdächtigen“ ausgewertet zu haben, und wer bei der Betrachtung der Fotos einen Teilnehmer an der Demo der Rechten erkennt, der wird aufgefordert: „Denunzieren Sie noch heute Ihren Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannten“. Das rief Widerspruch und Zweifel hervor. Das Jüdische Forum für Demokratie und Antisemitismus (JFDA) teilt auf Twitter mit, manche Fotos seien vom Zentrum womöglich ohne Einwilligung der Fotografen ins Netz gestellt worden und kündigte „rechtliche Schritte“ an. Das Portal t-online indessen bezweifelt das angegebene Volumen des Foto-Pools: „Das Zentrum könnte auch eine viel kleinere Datenbank haben und mit der vorgeblich großen Zahl der Aktion noch mehr Wirkung verleihen wollen.“ Während Philipp Ruch den Sinn der Aktion mit der Absicht erklärt, das Ziel sei es, „den Rechtsextremismus 2018 systematisch erfassen, identifizieren und unschädlich“ zu machen, mutmaßt der Berliner  „Tagesspiegel“, die Aktion werde erneut eine Debatte darüber auslösen, was Kunst darf oder auch nicht. https://www.politicalbeauty.de

 

 

Dazu in Band 232 erschienen:

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