Gezeichnet
Sieben aktuelle Positionen
von Larissa KIKOL
„Die Zeichnung ist für mich der erste und unmittelbarste Ausdruck, noch vor der Malerei – sie ist, wie die Schrift, eine direkte Linie aus dem Geist, der Seele, der Empfindung“, so beschreibt die Künstlerin Ulrike Theusner treffend die Bedeutung der Zeichnung. In dieser Bildstrecke werden aktuelle Positionen vorgestellt, die in sehr heterogenen Ansätzen zeigen, wie sie gezeichnete Bildsprachen erfinden: reduziert oder überfüllt, politisch oder abstrakt, hyperrealistisch oder verspielt. Dabei ist das Zeichnen entweder ihr Hauptmedium oder es zählt zu einem wichtigen Teil ihrer Kunstpraxis.
ACHIM RIETHMANN
Aquarell
Der Berliner Achim Riethmann, (1979*, London) zeichnet hauptsächlich mit Aquarell auf Papier. Der weiße Hintergrund und das kompositorische Spiel mit weißen Flächen innerhalb seiner Figuren gehören zu seiner reduzierten, aber auf den Punkt gebrachten Narrationstechnik. Ruhe und Anspannung sind stets im selben Atemzug spürbar. Zu Riethmanns Akteuren gehören auch Aktivisten und Demonstranten mit einer aufgeladenen Einsatzkleidung. In seinen Aquarellen werden sie aber zugleich wieder poetisch zart gemalt, sie schweben leicht im hellen Licht, wie ein Blumenregen – allerdings mit einer Handgranate.
Achim Riethmann wird von den Galerien Russi Klenner und Evelyn Drewes vertreten.
ROMAIN FUELER
Alkoholmarker
Es sind sehr verschiedenen Sphären, in denen Romain Fueler (1982* Paris) zu Hause ist: Zuggraffiti, urbane Fotografie, Malerei, Zeichnung. Seine surrealen, verspielten, leicht mystischen Bildwelten ziehen sich über alle Gattungen, legal oder illegal. Dass die Zeichnung fruchtbar die sichere Arbeit Zuhause und das Risiko in den U-Bahntunneln und Bahn depots verbindet, zeigte sich schon in der New Yorker Graffitischule des 20. Jahr hunderts. Bei Romain Fueler tauchen ( Karnevals-)Masken…