Ahlen
Konkrete Frauen. Neue Räume
Kunstmuseum 16.02.– 15.06.2025
von Claudia Posca
Eckig, rund, bunt, lichtleuchtend und in jedem Fall nicht illustrativ reizt das materialoffene Bildprogramm der 20-Positionen-starken Ahlener Schau Konkrete Frauen. Neue Räume zur Sichtung dessen, was die Konkrete Kunst von heute, zumal, wenn sie von Frauen geschaffen wurde, zu bieten hat. Dabei vorab versprochen: Erwartungen werden gesprengt, Horizonte geweitet. Analytischer Purismus, Serialität und Raster jedenfalls sehen anders aus als übergroße Papierknäuel aus bedruckter PVC-Folie angedockt an der Wand zur Störung von Ordnung, zur Stiftung von Chaos (Esther Stocker *1974). Auch die farbig und frei im Raum irritierend vor- bzw. hintereinander hängenden Holzgitter von Amalia Valdés (*1981) – was hat das Gitter was das Raster nicht hat? – oder die handgefertigten Teppiche aus dem Iran mit geometrischer Fadenverspannung als Statement kulturellen Dialogs zwischen persischer und westlicher Kultur von Haleh Redjaian (*1971) scheinen kaum zum traditionell nüchternen Kanon Konkreter Kunst zu passen.
Selbst Beton in Kombination mit Acrylglas und Metall ist im Ausstellungsparcours zu finden, wurde von Ulrike Möhle (*1961) zur Skulptur X2 (stabiles Ungleichgewicht) verarbeitet, während Birgit Werres (*1962) ein blaues Kunststoffnetz zur ornamentartigen 3-D-Skulptur an der Wand umfunktionierte. Was ganz offensichtlich weder sperrig kühle noch minimalistisch reduzierte noch Mainstream-Kunst ist, aber die Formensprache der Konkretion à jour aktualisiert. Von wegen also ,aus der Zeit gefallen‘. Nur die Thematisierung des erklecklichen Anteils „Konkreter Frauen“ in der Konkreten Kunst, – die blieb bis dato eine Randerscheinung, deckt sich mit dem Befund, dass in der hauseigenen Sammlung des Kunstmuseum Ahlen, wie in so vielen anderen…
IN DIESEM ARTIKEL
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN














