Markus Vater
Es kann überall passieren. Zeichnen ist ein ins Außen verlagertes Denken.
Ein Gespräch von Larissa KIKOL
Ein Zeichenwütiger. Ein Katzen-Erschrecker. Ein grenzüberschreitender Maler-Zeichner. Wenn Markus Vater ein Zeichengerät in der Hand hat, scheint ihn nichts aufzuhalten. Blatt um Blatt, Leinwand um Leinwand, Raum um Raum. Seine Linien nehmen alles ein, fahren überall drüber, und hinterlassen gestische Spuren, die sich mal zu panischen Katzen, zu düsteren Hunden oder zu einem Platzregen aus Strichen zusammenrotten. Architektur, Welt und Tier verschmelzen zu Kultplätzen, Gesichter und aufgerissene Münder erinnern an Wappen- oder Totempfähle der Ureinwohner Amerikas. Vaters Linien drängeln sich durch alle Sphären, nur nicht durch die Farbe. Konsequent bleiben die Bild welten schwarz und weiß, Bunt würde nur ablenken, Bunt wäre in seinem Fall nur Deko, alles was Markus Vater erschafft, stammt aus der schwarzen Linie.
Das Gespräch mit dem Künstler gliedert sich in drei Teile: Seine Kindheit und der Weg zum Zeichnen, sein Werk und seine Hochschullehre, in der er Student*innen zum Zeichnen motiviert. Denn Markus Vater glaubt stark an die Macht der Zeichnung: „Nur durch das Schreiben und Zeichnen können wir heute fliegen, mit weit entfernten Menschen sprechen, bewegte Bilder erzeugen, viele Krankheiten heilen, gibt es künstliche Intelligenz und all das, das ursprünglich in die Sphäre der Magie gehört.“
I Weg zur Zeichnung
LK Welche Kommunikationsmodelle haben in deiner Kindheit eine besondere Rolle gespielt? Erzähl uns darüber. Wie haben sie dich geprägt?
MV Meine Eltern leiteten in den 70er Jahren auf einem ehemaligen Bauernhof in der Eifel eine Art Jugendherberge, wo…