Nadine Fecht
Mit 9.000 Kugelschreibern – Modell einer offenen Gesellschaft
Ein Gespräch von Larissa KIKOL
Nadine Fecht, Künstlerin in den Medien Zeichnung und Installation, hält seit dem Sommer semester 2025 die Professur für Zeichnung an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Die Arbeiten der Berliner Künstlerin wurden international und institutionell ausgestellt, u. a. vom Kunst museum Basel, der Kunsthalle Bratislava, der Hamburger Kunsthalle, dem Kupfer stichkabinett-Staatliche Museen Berlin, dem ZKM oder dem Museu da UFPA Belém. Schaut man sich ihre Videos an, die den Arbeitsprozess dokumentieren, wie Nadine Fecht, MULTITUDE – Die Vielen als Viele werden die unterschiedlichen Ebenen ihrer Arbeit einsehbar. Für mich lagen drei wichtige Bereiche darin: 1. Das Inhaltliche, das sich hier vielleicht mit der Frage nach den Vielen, der Gesellschaft und dem Einzelnen Individuum beschäftigt. 3. Die Abstraktion als Resultat. Und dazwischen, als für mich ganz neuer Einblick: 2. Die sinnliche, haptische Befriedigung, der spielerische Spaß beim Zeichenprozess, wenn man mit so vielen Stiften gleichzeitig hantiert. Darüber, sowie über ihre Lehre der Zeichnung, spreche ich mit der Künstlerin.
LK Was ist wichtig beim Zeichenprozess? Was hat man noch unter Kontrolle, was entsteht spontan? In welchem Zustand befindest du dich selbst?
NF Das ist ein Zustand von Spannung, der vor allem bei dem bleibt, was ich m a c h e n will, und dabei aus dem Blick verlieren will, wohin das im Ergebnis führt. Die Bilder sind nie vom Resultat her gedacht. Es sind im Vorfeld – auf Grundlage von in vorherigen Experimenten geklärten Parametern – ganz klar…