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Titel: Zeichne! Von der Linie zur Kunst - Zeichnen – Realitäten bewältigen · von Larissa Kikol · S. 126 - 133
Titel: Zeichne! Von der Linie zur Kunst - Zeichnen – Realitäten bewältigen ,
Titel: Zeichne! Von der Linie zur Kunst - Zeichnen – Realitäten bewältigen

Zeichnen im Gerichtssaal

„Ein Theaterstück mit den extremsten Konsequenzen“
Interview mit Isabelle BROURMAN von Larissa KIKOL

Die New Yorkerin Isabelle Brourman ist eine multidisziplinäre Künstlerin und Autorin, die in den letzten Jahren besonders durch ihre Gerichtszeichnungen in Erscheinung trat. Dabei mischt sie das Genre der dokumentativen Zeichnung zur Vermittlung von Prozessgeschehen mit eigenen, subjektiven Ansätzen und künstlerischen Stilen. Besonders ihre Blätter zum Trump Prozess fanden in zahlreichen US-amerikanischen Medien Beachtung. Mit ihr sprach ich über die besonderen Umstände im Gerichtssaal, wie sie das Zeichnen beeinflussen und was die Handzeichnung mit dem amerikanischen Traum zu tun hat.

LK Wie kamen Sie auf die Idee im Gerichtssaal zu zeichnen? Und wie war Ihre erste Erfahrung?

IB Das war einfach Instinkt. Ich habe einen Artikel über Fans gelesen, die darauf warteten hineinzukommen, und bin noch am selben Abend in mein Auto gestiegen. ‚Depp gegen Heard‘ (der Prozess zwischen Jonny Depp und Amber Heard, Anmerk. der Red.) löste in mir ein komplexes Gefühl der Spannung aus, das mich zu dieser Entscheidung bewog – ich hatte den Prozess online verfolgt und fand das falsch. Als ich dort ankam, wurde die Fangemeinde auf der Zuschauertribüne überwältigend und bedrohlich. Ich habe keine Fan-Kunst gemacht. Ich wurde unter Druck gesetzt, mich für eine Seite zu entscheiden, aber ich konnte mich mit dieser kultartigen Loyalität nicht identifizieren. Ich beschloss, dass ich das, was ich wollte – Kunst aus dem Prozess machen –, nur erreichen konnte, wenn ich offiziell wurde. Ich sah Bill Hennessy, einen erfahrenen Gerichtszeichner. Ich wurde Bill.

LK…


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