Band 303

N/AKT

Zeitgenössische Aktdarstellungen

Aktdarstellungen sind so alt wie die Kunstgeschichte selbst und über die Jahrhunderte immer wieder mit Tabus besetzt. Dabei verändern sich die Ansichten und Ausdrucksweisen des Nackten, Erotischen und Sexuellen ...

Aktdarstellungen sind so alt wie die Kunstgeschichte selbst und über die Jahrhunderte immer wieder mit Tabus besetzt. Dabei verändern sich die Ansichten und Ausdrucksweisen des Nackten, Erotischen und Sexuellen in der Kunst von der Antike bis in die Gegenwart. Sogenannte „freizügige“ Kunst kann wesentlich zu einer veränderten, offeneren gesellschaftlichen Wahrnehmung des Sexuellen beitragen, tabulos und dabei aufklärend sein. Seit dem 19. Jhd. scheint die Gesellschaft diesbezüglich für Bilder und Diskurse eine Entwicklung zu mehr Offenheit und Toleranz zu erfahren, auch diverse Geschlechteridentitäten dürfen sichtbar(er) ausgelebt und Pornografisches muss nicht mehr hinter der „Ladentheke“ versteckt werden. Andererseits wird schon die Darstellung von Brustwarzen im Internet zensiert und KI- Chatbots brechen bei der Eingabe von Begriffen wie „Erotica“ die Antwort ab. Wie also dürfen das Nackte und der Akt tatsächlich im Bild explizit werden? Das ist der spannungsvolle Hintergrund im FOKUS des vorliegenden Kunstforum-Bandes, herausgegeben von Martin Seidel. Außerdem gibt es im FORUM dieses Bandes viele spannende Berichte und Gespräche mit Künstler*innen zu entdecken – u. a. mit dem derzeitigen Star der Tanzszene, Isaac Chong Wai und der in einzigartiger Weise mit Geschlechteridentität und Herkunft arbeitenden Musikerin, DJ und Performancekünstlerin Juliana Huxtable. Darüber hinaus stellen wir die neue Kuratorin der documenta 16, Naomi Beckwith vor, reisen nach Krakau ins Atelier von Tomasz Kręcicki, zur Biennale in Sharjah und nach Chemnitz zur Kulturhauptstadt, um das Projekt Purple Path zu erkunden. Wie immer finden Sie ergänzend dazu zahl reiche kenntnisreich verfasste Besprechungen aktueller Ausstellungen und unseren neuen Ausstellungs kalender am Ende des Heftes. Viel Freude beim Lesen!


Alle Beiträge aus dieser Ausgabe

Titelbeiträge

Künstler*innenkollektiv WIK, Intervention auf der „Tuning World Bodensee“, 2017, 4 nackte Körper, Nagellack, High Heels, Motorradhelme, Schrift auf Körpern: „I pimp your product, sexism sells!“, ©WIK Kollektiv / Louisa Reinhard, Jakob Margit Wirth, Foto: Lena Reiner

N/AKT

Zeitgenössische Aktdarstellungen

Immer das gleiche, <del>nie dasselbe</del>

Immer das gleiche, nie dasselbe

Nacktheit, Eros, Sex und Kunst

Screenshots dessen, was dir Google zeigt, wenn du unschuldig in der Bildersuche „classic nude art history“ eingibst in den Einstellungen „SafeSearch Filtern“ [01] „SafeSearch Aus“ [02] „SafeSearch Unkenntlich machen“ [03]

Zeigen, Sehen und Gesehen werden – Bildmoral Analog und Digital

13 Anne Imhof Kunsthaus Bregenz – KUB Billboards Wish you were gay, Foto: Angela Lamprecht, © Anne Imhof, Kunsthaus Bregenz

Sittsamkeit und Recht und Freiheit

Bedingtheiten erotischer Kunst

04 Sylvia Sleigh, The Turkish Bath, 1973, Öl / LW, 193 × 259 cm, Zaks Gallery, Chicago, Stiebel Modern Gallery New York, aus: Norma Boude / Mary D. Garrard: The Power of Feminist Art. The American Movement of the 1970s, History and Impact, New York 1994, S. 205

Blick Umkehr und Bild Umkehr

Eine ästhetische Strategie des Feminismus im globalen Bezug seit 1970

08 Christopher Williams, TecTake Luxus Strandkorb grau / weiß, Model no.: 400636, Material: Holz / Kunststoff, 154 cm × 116 cm × 77 cm, Gewicht: 49 kg, Hergestellt von Ningbo Jin Mao Import & Export Co., Ltd. Ningbo, Zhejiang, China für TecTake GmbH, Igersheim, Germany, Model: Zimra Geurts, Playboy Netherlands Playmate of the Year 2012, Studio Rhein Verlag, Düsseldorf, February 1, 2013, (Zimra stretching), 2013, Silbergelatine, 50,5 × 60,3 cm, © Christopher Williams & Galerie Gisela Capitain

Kritik der Fotografie

Nacktheit in der künstlerischen Fotografie

07 Talaya Schmid, Cunt Power, 2021 (Detail), Tufting, Schafwolle, Leinwand, Unikat, Foto: © Michel Gilgen, Courtesy König Büro – Galerie Susanne König, Zürich

Die Ästhetik des Eros

Vulvalust bei Talaya Schmid und Pornophotographica bei Fritz Franz Vogel

Michelle Handelman, DELIRIUM, 2024–ongoing, production still, Courtesy: die Künstlerin, Foto: Laure Leber

I Crave Submerge, Not Release

Exzess, Intensität und Auflösung des Selbst bei Michelle Handelman

01 Shirin David, 2024, © Universal Music

„Fantasiebegehren“ – Avatare mit Bauch, Beine, Po

Neue Spiel formen der Nacktheit und Erotik im Metaverse und Computergame

Claude Cahun, I am in training don’t kiss me,1927, Fotografie, Courtesy: Jersey Heritage Archive JHT / 1995 / 00030 / j, © gemeinfrei

Queer Avantgarde ?

Von doppelten Linien, Gewichthebern und kopflosen Körpern

Fragen zur Zeit

Heile Kunstwelt? Bereits der Aufnahmewinkel lässt die Machtverhältnisse deutlich werden: Ich der hyperinformierte, diskursgestählte Crack, du das naive Dummchen. – Claes Kasper Bang als Museumskurator Christian und Elisabeth Moss als Journalistin Anne in Ruben Östlunds Spielfilm The Square, Credit: TheSquare@AlamodeFilm

Verbote als Vorboten?

Wenn ausgerechnet aus dem Bereich der Kunst versucht wird Satire zu tilgen

Gespräche mit Künstler*innen

Isaac Chong Wai, Falling Reversely, 2021 / 2024, mit freundlicher Genehmigung des Künstlers, Blindspot Gallery und Zilberman, Istanbul / Berlin / Miami, Foto: Riccardo Banfi

Isaac Chong Wai

Der Atem, so flüchtig wie das Leben
Portrait Juliana Huxtable, Foto: Benjamin Taylor

Juliana Huxtable

Auf der Suche nach neuen Wegen figurativer Repräsentation

Ein Gespräch von Julia Katharina Thiemann

Anna Franziska Schwarzbach mit der fehlerhaften Armee, © VG Bild-Kunst, Bonn 2024, Foto: Rüdiger Lubricht, Worpswede

Anna Franziska Schwarzbach

„In der DDR hatten wir den Ton und das menschliche Maß, das jeder in sich hat.“

Ein Gespräch von Helga Meister

Ein Foto von Sir Frank Bowling in seinem Atelier, 2020, © Frank Bowling, Courtesy: Frank Bowling Archive, Foto: Sacha Bowling

Frank Bowling

Die Autonomie ist die größte Stärke der abstrakten Malerei

Ein Gespräch von Larissa Kikol

POV Gen Z

Sanja Iveković, Gen XX, 1997–2001, Inkjet Print auf Papier (6 ×) 100 × 70 cm, Collection Van Abbemuseum, Eindhoven, angekauft mit Unterstützung der Stichting Promotors Van Abbemuseum, Foto: Peter Cox, Eindhoven

Sanja Iveković: Gen XX, 1997–2001

Essay

documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Naomi Beckwith bei der öffentlichen Vorstellung des Künstlerischen Konzepts der documenta 16 in Kassel am 18. März 2025, Foto: Nicolas Wefers

In den Nebeln des documenta-Futurismus

Die Umrisse von Naomi Beckwiths kuratorischer Vision für die documenta 16 bleiben beunruhigend vage

Ausstellungen

Ausstellungsansicht Ayoung Kim. Many Worlds Over, Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, 28.02.–20.07.2025, abgebildet: Ghost Dancers A, 2022, © und Courtesy: Ayoung Kim & Gallery Hyundai / Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Jacopo LaForgia

Ayoung Kim

Many Worlds Over

Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart 28.02.–20.07.2025

Pol Taburet

Pol Taburet

Schinkel Pavillon

29.03.–13.07.2025

Käthe Kruse, 48 Farben, 2021 / 2022, Polyesterfaden auf Aquarellpapier, 48 Blätter in Schachtel, je 29,7 × 21 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Ludger Paffrath

Käthe Kruse

Jetzt ist alles gut

Berlinische Galerie 07.03.–16.06.2025

Vaginal Davis, 2019, Sammlung Vaginal Davis, Foto: Hector Martinez

Vaginal Davis

Fabelhaftes Produkt

Gropius Bau 21.03.–14.09.2025

Ausstellungsansicht States of Rebirth. Körperbilder in Bewegung, Phoxxi / Deichtorhallen Hamburg 2025, rechts Arbeiten von Roxana Rios aus der Serie Figure, Form, seit 2020, © Deichtorhallen Hamburg, Foto: Henning Rogge

States of rebirth

Körperbilder in Bewegung

Deichtorhallen / Phoxxi 21.02.–17.08.2025

Bas Jan Ader, I’m too sad to tell you, 1970 – 71, 16-mm-s / w-Film, digitalisiert, ohne Ton, 3:18 Min., © The Estate of Bas Jan Ader / Mary Sue Ader Andersen / VG Bild-Kunst, Bonn 2024, Courtesy: Meliksetian / Briggs, Dallas

Bas Jan Ader

I’m searching …

Hamburger Kunsthalle 11.04.– 24.08.2025

Ketuta Alexi-Meskhishvili, A Life’s Work, 2024, analoger C-Print, 41,4 × 32 cm, Courtesy: galerie frank elbaz, Paris, LC Queisser, Tbilisi / Köln, Galerie Molitor, Berlin, Kunstverein Braunschweig und die Künstlerin, Foto: George Kolbaia

Ketuta Alexi-Meskhishvili

there, but not

Kunstverein Braunschweig 15.03.– 01.06.2025

Lena von Goedeke, Foto: Terhi Nieminen

Lena von Goedeke

Shifting Baselines (nothing to observe)

Museum Ratingen 14.03.– 27.07.2025

Eva Aeppli, Jean Tinguely, Erste Hexe, 1990 – 1991, Galerie Michael Haas, © Susanne Gyger, Luzern, VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Thomas Köster / KunstArztPraxis.de

Mechanik und Menschlichkeit

Eva Aeppli und Jean Tinguely zum 100. Geburtstag

Lehmbruck Museum 23.03.–24.08.2025

Tanaka Ryōhei, Bäume Nr.3, Radierung, 1974, 28 × 47 cm, Aufl. 100, TR 315, © Deutscher Kunstverlag

Tanaka Ryōhei

Museum für Ostasiatische Kunst

30.11.2024 – 21.09.2025

Making of Children’s Game #39 Parol, Kharkiv, Ukraine, 2023, Foto: Eugene Moroz, © Francis Alÿs

Francis Alÿs

Kids Take Over

Museum Ludwig 12.04.–03.08.2025

Rob Crosse×Peles Duo, Ashes within me, 2025, 11 min Video (looped), Installationsansicht h1ésh2r , Peles Duo, Kunstverein Siegen 2025, Foto: Simon Vogel

Peles Duo

h1ésh2r

Kunstverein 12.04.–22.06.2025

Angelika J. Trojnarski, Lumière Libérée III, 2025, Öl, Tape, Kohle auf Graukarton, 50 × 60 cm, Courtesy: Angelika J Trojnarski und Galerie Tanja Wagner, Berlin, VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Studio AJ Trojnarski

Angelika J. Trojnarski: THINKING LIKE A MOUNTAIN

Märkisches Museum 22.02.–07.06.2025

Jana Hartmann, Virtual Verdure, 2024, aus der Werkgruppe The Future is Present, (Detailansicht), Digitale 3D Simulationen, InGame-Photography, Screenshots, 3D Modelle, © Jana Hartmann

Fixing Futures

Museum Giersch der Goethe-Universität

05.04.– 31.08.2025

Shaun Motsi, Masters, 2023, Ausstellungsansicht Undermining the Immmediacy, MMK Tower, Frankfurt a.M. 2025, Foto: Ellen Wagner

Undermining the Immediacy

Museum für Moderne Kunst, MMK Tower

08.03.–24.08.2025

Helen Frankenthaler, Sea Level,1976, Acryl auf Leinwand 226 × 158 cm © Helen Frankenthaler Foundation, Inc. / VG Bild-Kunst, Bonn 2025 Foto: Courtesy Christie’s

Helen Frankenthaler

Move and Make

Museum Reinhard Ernst16.03.–28.09.2025

Tavares Strachan, Foto: Guillaume Ziccarelli, Courtesy: der Künstler und Perrotin

Tavares Strachan

Supernovas

Kunsthalle Mannheim 11.04.–24.08.2025

Ambra Durante, From this fear I fear, 2025, Foto: Ambra Durante

Kulikunst

Biennale der Zeichnung

Neues Museum (Staatliches Museum für Kunst und Design) 21.03.–31.08.2025

Precious Okoyomon, in the belly of the sun endless, 2025, Precious Okoyomon im KUB, 2025, © Kunsthaus Bregenz, Foto: Miro Kuzmanovic

Precious Okoyomon

One either loves oneself or knows oneself

Kunsthaus 01.02.– 25.05.2025

Francis Alÿs, Paradox of Praxis 1 (Sometimes Making Something Leads to Nothing), 1997, Dokumentation einer Aktion in Mexico City, Courtesy: der Künstler und Galerie Peter Kilchmann, Zürich / Paris, © Francis Alÿs Studio

Auf der Strasse

Kunstmuseum Liechtenstein 11.04.–31.08.2025

Formafantasma – Oltre Terra, Ausstellungs ansicht, Amsterdam Stedelijk Museum 2025, Foto: Peter Tijhuis

Formafantasma

Oltre Terra

Stedelijk Museum 15.02.–13.07.2025

David Hockney, Looking at the Flowers, 2022, 300 × 518 cm, Sammlung des Künstlers, © David Hockney, Foto: Jonathan Wilkinson

David Hockney 25

Fondation Louis Vuitton

09.04.–31.08.2025

Thierry De Cordier posiert neben einem großen NADA-Gemälde, Auvergne, 1999

NADA – Thierry de Cordier

Fondazione Prada 03.04.–29.09.2025

Kunstforum-Gespräche

Bice Curiger, Foto: Hervé Hôte

Bice Curiger

Wie der Feminismus dunkle Ecken ausleuchtet

Atelierbesuche

Tomasz Kręcicki in seinem alten Atelier, Foto: © Yehor Lemzyakoff

Tomasz Kręcicki

Die Magie des Alltags

Kollaborationen Teil 14

In Zwönitz über dem Teich im Austel-Park: Nevin Aladağ, Colour floating, 2020 / 24, Courtesy: Nevin Aladağ, Foto: Matthias Zwarg

Von Gaben und Geschenken

Ein Zoom-Gespräch mit Purple Path-Kurator Alexander Ochs und der Berliner Künstlerin Nevin Aladağ, die mit einem Projekt in der Gemeinde Zwönitz beteiligt ist

Biennalen

Yhonnie Scarce, Operation Buffalo, 2024, im Auftrag der Sharjah Art Foundation, Installationsansicht Sharjah Biennial 16, Al Hamriyah Studios, Foto: Ivan Erofeev

16. Sharjah Biennial – Lernen von Ahnen

06.02.–15.06.2025

Relektüren

Folge 87

Folge 87

Surkamp Verlag, 1991

Kalender

Julian Charrière, The Blue Fossil Entropic Stories III, 2013, © der Künstler und VG Bild-Kunst Bonn 2025 (Museum Tinguely, 11.06.–02.11.2025)

Ausstellungskalender

Juni / Juli 2025

In diesem Band

VENEDIG
BIENNALE