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Museen & Institutionen

Matisse und Bonnard im Frankfurter Städel

Henri Matisse, Odaliske mit einem Tamburin, 1925/26 Öl auf Leinwand, 74,3 x 55,6 cm The Museum of Modern Art, New York / © Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst Bonn 2017 / Foto: 2017. Digital Image, The Museum of Modern Art, New York / Scala, Florenz

Zwei Pioniere der Klassischen Moderne präsentiert das Frankfurter Städel Museum ab dem 13. September 2017: Henri Matisse (1869-1954 und Pierre Bonnard (1967-1947). "Im Mittelpunkt der Sonderausstellung... steht die über 40 Jahre andauernde Künstlerfreundschaft der beiden französischen Maler. Beide setzten sich intensiv mit den gleichen künstlerischen Sujets auseinander: Interieur, Stillleben, Landschaft und besonders auch mit dem weiblichen Akt. Anhand von rund 120 Gemälden, Plastiken, Zeichnungen und Grafiken eröffnet die Schau einen Dialog zwischen Matisse und Bonnard und bietet damit neue Perspektiven auf die Entwicklung der europäischen Avantgarde vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs." www.staedelmuseum.de

Kulturpolitik

Gestohlene Baselitz-Bilder sichergestellt

Ein 39jähriger Düsseldorfer steht im Verdacht, über einen Zeitraum von neun Monaten aus einer Spedition Bilder gestohlen zu haben, die der Maler Georg Baselitz dort eingelagert hatte. Bei den Ermittlungsbehörden ist man davon überzeugt, dass der Angestellte dieser Spedition das Diebesgut an zwei Männer aus Leverkusen weitergab, die dann versucht haben sollen, die Werke auf dem Kunstmarkt anzubieten, was ihnen jedoch nur in einem einzigen Fall gelungen sein soll, und zwar deutlich unter dem aktuellen Marktwert. Bei einer dieser Verkaufsanbahnungen erregten die mutmaßlichen Hehler den Argwohn einer Versicherung, die daraufhin die Polizei einschaltete. 15 Gemälde konnte die bayerische Polizei unlängst sicherstellen; nach vier weiteren im Wert von 130.000 Euro läuft die Fahndung noch. Einer der Tatverdächtigen, der sich zwischenzeitlich ins Ausland abgesetzt hatte und bei der Wiedereinreise festgenommen wurde, sitzt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

Aktionen & Projekte

Fotografie aus der Türkei

© Kerem Uzel / NARphotos

Der Berliner f3-Freiraum für Fotografie zeigt bis zum 12. November 2017 eine Ausstellung mit zeitgenössischer Fotografie aus der Türkei. Es gibt seit den 1950er Jahren eine lebendige Fotoszene in der Türkei, doch deren Werke sind außerhalb des Landes nur wenig bekannt. "Konfrontiert mit den Kriegen und Unruhen im Mittleren Osten sowie den nationalen Entwicklungen hat sich eine Generation von unabhängigen Fotografinnen und Fotografen herausgebildet. Aufmerksam beobachten sie gesellschaftliche Veränderungen ihres Landes und dokumentieren nationale wie internationale Ereignisse aus ihrem Blickwinkel." Zu sehen sind Expnate von Emine Akbaba, Kemal Aslan, Kürsat Bayhan, Göksu Baysal, Barbaros Kayan, Emin Özmen, Ceren Saner und dem Kollektiv NARphotos. www.fhochdrei.org

Museen & Institutionen

Hannover: Grafik Ost

Bis zum 7. Januar 2017 widmet sich eine Ausstellung im Sprengel Museum Hannover der Druckgrafik in der DDR. Da es im damaligen Arbeiter- und Bauernstaat durch Enteignungen und Flucht in den Westen kaum noch private Adressen mit großbürgerlichen Villen oder hochherrschaftlichen Palais mit viel Platz für die Präsentation privater Kunstsammlungen gab, beschränkten sich bürgerliche Kunstliebhaber in ihren Wohnungen zumeist auf kleine oder mittlere Formate, vorzugsweise auch mit Zeichnung und Druckgrafik, die noch heute dort vielfach größere Wertschätzung genießt als im Westen. Für die Künstler wiederum war das Drucken ein "Medium der Freiheit" - sie hatten gut ausgerüstete Werkstätten dafür zur Verfügung, in denen die SED-Führung sie weitgehend in Ruhe ließ, denn kleinformatigen Holzschnitten oder Radierungen maßen die Kulturoberen nur eine geringe propagandistische Wirkung zu, anders als bei großen Wandbildern. 1988 erwab das Land Niedersachsen eine Sammlung mit 413 Beispielen der DDR-Kunst, die bislang noch nicht öffentlich gezeigt wurde und nun öffentlich vorgestellt wird. www.sprengel-museum.de

Aktionen & Projekte

Kassel: The Parthenon of Books - Abschluss-Feier

Marta Minujin, The Parthenon of Books, Kassel 2017, Foto: Wolfgang Träger

Am Samstag, den 9. September 2017, veranstaltet die Kasseler documenta um 12 Uhr eine Abschluss-Feier an der Sammlung verbotener Bücher für The Parthenon of Books auf dem Friedrichsplatz vor dem Museum Fridericianum. Die Künstlerin Marta Minujín ist anwesend. Die offene Bühne von The Parthenon of Books steht für Lesungen auf unterschiedlichen Sprachen aus Büchern, die einst verboten waren, zur Verfügung, für Rezitationen aus eigenen Texten oder Gedichten, aber auch für lautlose Beiträge wie Tänzen oder performative Gesten, für Musik etc. Bei Regenwetter fallen die Darbietungen aus. Nach der Feier beginnt der Abbau von The Parthenon of Books, "so dass alle einst verbotenen Bücher wieder ihren Weg in die Öffentlichkeit finden und erneut gelesen werden können." Ab dem 10. September bis zum Documenta-Ende am 17. September 2017 kann sich jeder ein Buch beim Abbau der Installation abholen. www.documenta.de

Aktionen & Projekte

Asta Gröting und Haegue Yang im Kindl Berlin

Asta Gröting, Berlin Fassaden/Mausoleum, 2016. Photo: Asta Gröting. © Asta Gröting/VG-Bild Kunst, Bonn 2017.

Am 10. September 20177 startete das Berliner Kunstzentrum Kindl mit zwei Ausstellungen in die Herbstsaison: Asta Gröting stellt im Maschinenhaus bis zum 3. Dezember 2017 ihre "Berlin Fassaden" aus. Es sind durchweg Fassaden, "die in Form von Einschusslöchern noch Spuren des Krieges in sich tragen. Asta Gröting erfasst die versehrten Mauern bildhauerisch, indem sie von ihnen Silikonabformungen anfertigt. Sie funktionieren wie Langzeitbelichtungen, die die Geschichte vom Moment der Einschüsse bis zum jetzigen Zeitpunkt abbilden. Staub, Dreck und auch Graffitis werden von der Trägermasse angenommen und lassen die zum Teil monumentalen Negativabdrücke fast wie bemalt wirken. Die menschliche Haut dient dazu, den Körper zu schützen. Aus der schweren Silikonhaut der Mauern und Fassaden treten die Einschusslöcher wie Narben der Geschichte hervor. Das Silikon rekonstruiert Verletzungen als architektonische Spuren und überträgt sie in abstrakte Bilder." Das Kesselhaus bespielt Haegue Yang bis zum 13. Mai 2018 mit einer einzigen Arbeit "Silo of Silence", mit der sie dieses Kesselhaus als einen typischen post-industriellen Ort begreift. Sie setzt "handelsübliche Jalousien, die mittlerweile als ihre Handschrift gelten. Erinnerungen an die aggressive industrielle Entwicklung in der Republik Korea in den 1970er und 80er Jahren beeinflussen ihr Werk bis heute...  aber längst vergangene Erfahrung des 18. und 19. Jahrhunderts darstellt, verläuft sie heute in anderen Teilen der Welt parallel zur rasanten digitalen Entwicklung. Der kollektiv erfahrene Wandel aller Lebensbereiche, den diese grundlegenden Veränderungen mit sich bringen, ist für Haegue Yang einer der Ausgangspunkte ihrer Arbeit." www.kindl-berlin.de

Preise

Horst Janssen Grafik Preis

Tobias Dostal empfängt am 21. Oktober 2017 in Oldenburg den Horst-Janssen-Grafikpreis der Claus Hüppe-Stiftung (20.000 Euro). Im dortigen Horst Janssen-Museum stellt er anschließend seine „neuesten Tuschezeichnungen und zum ersten Mal Ritzungen auf Acrylglas zeigen. Er sägt Silhouetten von Figuren aus und 'kratzt' dann eine Binnenzeichnung in diese Platten. Danach werden sie um eine sich drehende Stange montiert und ergeben im LED-Licht eine kurze Folge von bewegten Bildern: Hier werden kleine, menschliche Figuren von geschickten Zauberer-Händen in die Luft geworfen, um unter einem Hut zu verschwinden; dort verwandeln sich elegante Frauenbeine in die Tentakel von Quallen, die wiederum von einem Fischer genüsslich verspeist werden...“ www.horst-janssen-museum.de

Hochschulen

Hochschule der Künste Sichuan in Darmstadt

Maokun Pang, VIP-Gäste, 2015, Öl auf Leinwand, 120 x 160 cm, © Maokun Pang, Foto: Hochschule der Künste Sichuan

Vom 12. Sept. bis zum 1. Oktober 2017 sind in der Kunsthalle Darmstadt Werkbeispiele mit Malerei und Video der Hochschule der Künste Sichuan zu sehen (Titel: „Zoom-In Chongqing“). Die Hochschule der Künste Sichuan wurde 1940 gegründet und ist „Teil der Millionenmetropole Chongqing in der Provinz Sichuan, die der Ausdehnung der Stadtgrenzen nach als größte Stadt der Welt gilt. Trotz ihrer abgeschiedenen Lage am Zusam­menfluss von Jangtsekiang und Jialing in einer Gebirgslandschaft im Südwesten Chinas beeinflusste die Hochschule der Künste Sichuan die Entwicklung der chinesischen Moderne maßgeblich mit. Die gemeinsam von der Kunsthalle Darmstadt und der Hochschule der Künste Sichuan kuratierte, durch den China National Arts Fund unter­stützte Gruppenausstellung versammelt ausgewählte Arbeiten von Lehren­den und Studierenden der Hochschule. Gezeigt werden 100 Gemälde und Mixed-Media-Arbeiten sowie sechs Videoarbeiten“. Vertreten sind insgesamt 50 Künstler. www.kunsthalle-darmstadt.de

Museen & Institutionen

Kunstverein Hamburg: Jubiläumsauktion

Zum 200jährigen Jubiläum des Kunstverein in Hamburg wird am 14. September 2017 eine Jubiläumsauktion veranstaltet. Unter den Künstlern, die hierfür ein Werk zur Verfügung stellen, sind viele, die im Kunstverein bereits ausstellten und einen Bezug zur Geschichte des Vereins haben. Die Versteigerung soll „einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des künstlerischen Programms der nächsten Jahre wie auch zur Verbesserung der seit 1993 bestehenden Infrastruktur zu leisten, die sukzessive erneuert werden muss.“ Künstlerliste: Jan Albers, Michael Bauch, Nina Beier, Joseph Beuys, Alexandra Bircken, Karla Black, Christoph Blawert, Monica Bonvicini, Birgit Brenner, Michael Conrads, Henrik Eiben, Maria Eichhorn, Geoffrey Farmer, Katharina Fritsch, Liam Gillick, Ivo Hauptmann, Katie Holten, Arthur Illies, Stefan Kern, Jonathan Meese, Andreas Mühe, Olaf Nicolai, Meret Oppenheim, Lisa Oppenheim, C.O. Paeffgen, Jorge Pardo, Raymond Pettibon, Bernhard Prinz, Josephine Pryde, Tobias Rehberger, Daniel Richter, Michael Riedel, Pipilotti Rist, Armin Sandig, Wilhelm Sasnal, Norbert Schwontkowski, Andreas Slominski, Paul Spengemann, Thomas Struth, Rirkrit Tiravanija, Gert und Uwe Tobias, David Tremlett Franz Erhard Walther, Christopher Williams, Ralf Ziervogel. www.kunstverein.de

Ausschreibungen

Merck-Preis

„Perspektiven – Strategien fotografischen Handelns“ lautet das Thema der Darmstädter Tage der Fotografie (20.22. April 2018). Es geht „um Bilder gehen...die die ursprüngliche Kraft der Fotografie bewusst machen und auf zeitgenössische Art weiterentwickeln.“ Für Bewerbungen zum Merck-Preis und zur Teilnahme an den Ausstellungen des Rahmenprogramms ist der Einsendeschluss am 10. November 2017. Der Merck-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Dazu können Einzelarbeiten oder Fotoserien zum Jahresthema eingereicht werden. „Im Dezember wird die Jury etwa 30 Einreichungen auswählen, die zum Festival in Ausstellungen gezeigt werden. Aus diesen werden dann drei Arbeiten für den 7. Merck-Preis nominiert. Erst am Tag der Preisverleihung legt die Jury fest, wer den Hauptpreis von 7.000 Euro erhält. Die beiden weiteren Nominierten erhalten je 1.500 Euro.“ Ausschreibungsunterlagen unter www.dtdf.de/bewerbung

Galerien & Auktionshäuser

SaisonstART Bonn

Der Bonner Kunstverein ist dabei und die Fabrik 45, die Gesellschaft für Kunst und Gestaltung und der Kunstraum 21: am Wochenende des 15./16. September 2017 zelebrieren rund 15 Bonner Kunstorte ihren gemeinsamen Saisonstart. Initiiert hat diese Aktion die Galerie Gisela Clement zusammen mit Nicola Weppelmann und dem Verein der Freunde des Kunstmuseum Bonn. Die Kunstorte auf der Museumsmeile sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen, vom Rheinischen Landesmuseum in Bahnhofsnähe oder den Veranstaltungsorten an der Bonner Universität ist man zu Fuß auch in gut 20 Minuten beim Künstlerforum am Hochstadenring angelangt. Es werden nachmittags auch zwei Führungen über verschiedene Strecken angeboten, und abends trifft man sich dann ab 19 Uhr zum Ausklang an der Bundeskunsthalle. facebook.com/saisonstartbonn

Galerien & Auktionshäuser

Wien: Kunstraum REAKTOR

Kunstzentrum REAKTOR vor dem Umbau, großer Saal, Copyright: Konnektom Wien

Der Filmproduzent Bernhard Kammel kaufte in Wien das frühere Etablissement Gschwandner und baut es jetzt zu einem Kunstzentrum REAKTOR um. Früher fanden hier Bälle und Damenboxwettkämpfe statt. Jetzt sagt der neue Besitzer mit typischem Wiener Schmäh: „... die vorigen Eigentümer waren froh, einen Deppen gefunden zu haben, der das abkauft“. Zusammen mit Anna Resch und Sebastian Jobst (Agentur Konnektom) will Kammer hier einen „privaten Kunstort etablieren“, sozusagen als „private Werkstatt, in der künstlerisch gearbeitet wird“. Geöffnet wird zu speziellen Events wie Ausstellungen, Performances, Diskussionsveranstaltungen und Filmvorführungen. Die Eröffnung ist für den 20.Oktober 2017 angekündigt.

Preise

Faistauer-Preis

Verleihung Faistauer Preis für Malerei 2017, im Bild v. li: Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Doris Theres Hofer – Preisträgerin, Foto: LMZ Franz Neumayr/SB

Doris Theres Hofer nahm den Faistauer-Preis des Landes Salzburg entgegen (7.000 Euro). Der Preis ist nach dem Maler Anton Faistauer benannt. Eine Auswahl mit Arbeiten von Wettbewerbsteilnehmern ist noch bis zum 14. Oktober 2017 in der Salzburger Galerie im Trakl-Haus zu sehen. Die Preisträgerin ist auf großformatige Malerei mit einem minimalistischen Gestus spezialisiert. In ihre Bilder näht sie auch Fadengeflechte ein, konterkariert so mit stofflicher Pointierung die alltägliche Bilderflut. www.traklhaus.at

Messen & Märkte

Expo Chicago

Die EXPO Chicago (13.-18.9. 2017) wird von einem Kritikerforum und einem Kuratorenforum begleitet. Die Kunstjournalisten diskutieren über „Kunstkritik im postfaktischen Zeitalter“. Neben der Hauptausstellung mit 145 Galerien sind noch weitere Spezialevents wie „Dialoge“, „In/Situ“ und „In/Situ outside“ angekündigt, außerdem „EXPO“ Videos, Projekte und Sondershows. Das Onlinejournal „The Seen“ begleitet diese Programme publizistisch. Zeitgleich wird von den Veranstaltern auch die Chicago Architecture Biennal (16. Sept. 2017 bis 7. Januar 2018) ausgerichtet. Wer möglichst viel vom lokalen Ausstellungsbetrieb mitbekommen will, reist am besten zur Chicago Art Week (11.-17. Sept. 2017) an. www.expochicago.com

Aktionen & Projekte

Berlin Masters

Grafik/Illustration zur Ankündigung von „Berlin Masters“, Foto: Copyright www.stiftungbrandenburgertor.de

Philipp Bollmann kuratiert die Berlin Masters, die vom 11. bis zum 20. September 2017 auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor ausgerichtet werden. Die Veranstaltung versteht sich als „Talent- und Förderplattform“ für den Künstlernachwuchs in Berlin. Initiator ist Matthias Arndt, Ausrichter die Berlin Masters Foundation. „Die diesjährige Ausgabe zieht ins Max Liebermann Haus am Pariser Platz, in die Räume der Stiftung Brandenburger Tor, Kulturstiftung der Berliner Sparkasse und markiert so den Auftakt einer erfolgreichen Zusammenarbeit der Gemeinschaft der Anrainer des Pariser Platzes. Erstmals wird in diesem Jahr auch der mit 10.000,- Euro dotierte Förderpreis TOY BERLIN MASTERS AWARD vergeben, der zur Finanzierung einer Einzelausstellung des Gewinners gedacht ist und von Monique und Max Burger gestiftet wird.“ www.berlinmasters.com

Biennalen

Biennale Austria

„Blau“ ist die Farbe des Himmels; deshalb trägt in der altmeisterlichen Malerei früherer Jahrhunderte die Madonna immer einen blauen Mantel. Auch für den Maler Leonardo da Vinci bedeutete die Farbe Blau eher etwas Immaterielles. Ultramarinblau wurde früher aus Lapislazuli-Gestein hergestellt und war entsprechend kostbar und teuer. Es wurde früher als Afghanistan, Persien und China nach Europa importiert, d.h. „übers Meer“, daher der Name. Erst seit 1826 gibt es auch synthetisch hergestelltes Ultramarin als Malerfarbe aus Quarz, Kaolin, Natriumsulfat und anderen Bestandteilen. Yves Klein setzte den Farbpigmenten ein besonderes Bindemittel zu, um die Leuchtkraft seiner monochromen Bilder zu erhöhen und ließ sich dies 1957 als „YKB-Yves Klein Blue“ patentieren. Die Biennale Austria-Ausstellung im Wiener „Ausstellungsraum“ (Gumpendorfer Str. 23) beschäftigt sich vom 16. bis zum 22. Oktober 2017 mit der Farbe Blau. Ausrichter ist der Verein Biennale Austria. Beteiligt sind Künstler aus Ägypten, Australien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Israel, Italien, Kenya, Niederlande, Russland, Schweiz, Serbien und Österreich. Künstlerliste: Ingrid Halter, Inna Artemova, Donna Lougher, Inge Kreuzer, Eskild Beck, Gisela Zimmermann, Melita Biber-Nuta, Kristina Breitenbach, Christina Maj Lundqvist, Regina Merter, Carmen Schwarz, Alexandra Spyratos, Sybille Neumeyer, Lita Poliakova, Mimi Ritzler, Jürgen Bley, Ulrich Kirsch, David Boskovich, Mike und Madeleine Bülow, Grigori Dor, Soha Abou Hussein, Mario Kicker, David Köfler, Gabriel Köfler und Diego Valentuzzi. www.biennaleaustria.org

Aktionen & Projekte

Berlin: Nonhuman Agents

Saša Spacal, Mirjan Švagelj und Anil Podgornik, Myconnect, Installation, 2014, Damjan Švarc / Kapelica gallery photo archive

Die Berlin Art Week ist Anlass zur Präsentation der aktuellen Veranstaltungsreihe „Nonhuman Agents“ im Art Laboratory Berlin. Im Kontext der Reihe fanden bereits drei Workshops statt, deren Ergebnisse vom 14.-17. September präsentiert werden. Ein weiterer Workshop betitelt „Swarm/Cell/City“ ist für den 23.-24. September 2017 angekündigt und wird geleitet von Heather Barnett + plan b (Sophia New & Daniel Belasco Rogers). „Der 2-Tages-Workshop versteht sich als partizipatives Experiment zu Kunst, Performance und Biologie, das der Ausstellung ‚Nonhuman Networks‘ vorausgeht.“ Die Ausstellung dauert vom 29. September - 26. November 2017 und „präsentiert ästhetische Entwürfe neuer Kommunikationsformen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren. Wie funktioniert der weltweit größte Einzeller als Computer? Welchen Zugang können wir zum sogenannten 'Internet des Waldes' bekommen? Die herausragenden performativen Arbeiten der international anerkannten Künstler/innen stellen eine Möglichkeit für das Publikum dar, sich auf außersprachliche Formen und Kontakt mit unterschiedlichen, scheinbar simplen Lebensformen einzulassen.“ Nicht zuletzt wegen dieses Projekts wird das Art Laboratory Berlin vom Berliner Senat auch in diesem Jahr am 15. September 2017 mit einer Auszeichnung für lokale Projekträume und Initiativen bedacht. www.artlaboratory-berlin.org/home.htm

Aktionen & Projekte

Münster: Kur und Kür

Philipp Gehmacher, Foto: Markus Gradwohl

Philipp Gehmacher und Daniel Falb veranstalten am 10. September 2017 um 19 Uhr im Freihaus ms von Münster (Hüfferstr. 20) eine Lesung innerhalb der Reihe "Kur und Kür", welche die Skulptur Projekte Münster literarisch begleiten. Insgesamt sind zehn Autoren dazu eingeladen, die jeweils einen zweiwöchigen Aufenthalt in Münstler und Marl verbringen. Philipp Gehmacher verwendet "Körper und Sprache als Formen der Äußerung, den gebauten wie institutionellen Raum, wie das Ding, das Objekt und die Skulptur." Daniel Falb promovierte über den Begriff der Kollektivität und veröffentlichte diverse Gedichtbände. www.skulptur-projekte.de

Aktionen & Projekte

Münster: Blumenberg Lectures

Erhard Schüttpelz, Foto: Universität Siegen

Die Blumenberg Lectures 2017 sind eine Kooperation der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit den Skulptur Projekten. Nächster Termin: Am 13. September 2017 spricht Erhard Schüttpelz von der Universität Siegen über "Die Öffentlichkeit und ihre Veröffentlichungen. Einige Vergleiche von der Steinzeit bis heute". Schüttpelz ist Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB) „Medien der Kooperation“. "In diesem SFB proben Schüttpelz und seine Mitstreiter einen 'practice turn', indem sie den Blick auf die Umgangsweisen mit Medien, die Medienpraktiken, lenken. Diese, so die These, weisen schließlich eine deutlich längere Kontinuität auf, als die von ihnen bespielten Einzelmedien. In diesem Sinne wird Schüttpelz in seiner Blumenberg Lecture die kooperativen Prozesse, in denen sich Öffentlichkeit seit den Anfängen menschlicher Kultur konstituiert, vergleichend betrachten." www.skulptur-projekte.de

Aktionen & Projekte

Urban Lights Ruhr

Shy Dance Floor bei Urban Lights Ruhr in Hagen 2015, Foto: Copyright: Volker Hartmann / Urbane Künste Ruhr 2015.

Vom 12. September bis zum 29. Oktober 2017 ist der Stadtraum von Marl Schauplatz des Lichtkunstprojekts Urban Lights Ruhr. Festivalzentrum ist die ehemalige Hauptschule in der Kampstraße; die acht Lichtkunstbeiträge werden rund um das Marler Zentrum am Creiler Platz, dem Skulpturenpark und dem Einkaufszentrum Marler Stern realisiert. Die Beiträge „eröffnen neue Perspektiven auf die bestehenden architektonischen und städtebaulichen Strukturen. Zwischen Dystopie und Utopie liefern die Interventionen Ideen zur Neuinterpretation und Wiederbelebung des denkmalgeschützten Ensembles. Ausgangspunkt für die künstlerische Auseinandersetzung sind Themen wie die Verbindung der städtischen Mitte zur umgebenden Stadt, die neue Erschließung des zum Skulpturenpark umfunktionierten alten Friedhofs oder die Wiederbelebung des Creiler Platzes. Das Material Licht soll bei der Entwicklung der künstlerischen Arbeiten im Mittelpunkt stehen, um die urbanen Gegebenheiten des Ortes neu auszuleuchten und aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken. Parallel zu den Kunstprojekten im öffentlichen Raum zeigt das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl eine begleitende Ausstellung.“ Künstlerliste: Kristina Buch, Nikolaus Gansterer, Mischa Kuball, Martin Pfeifle, Michael Sailstorfer, Sans Façon, Hannah Weinberger, Isa Melsheimer. www.urbanekuensteruhr.de

Galerien & Auktionshäuser

Düsseldorfer Galerien in Aufruhr

OB Thomas Geisel, Pressebild, Quelle: www.thomas-geisel-2014.de/presse/

Düsseldorfs Kulturszene ist „in Aufruhr“, stellte die „Rheinische Post“ fest: Streitpunkt ist das „Photo Weekend“, das seit 2012 immer im Februar stattfindet und mittlerweile bis zu 100.000 Besucher anlockt. Gründer ist Werner Lippert, seinerzeit Chef des NRW-Forums. Nach dessen Ausscheiden übernahm 2014 die Galeristin Clara Maria Sels die Leitung; die ersten drei Jahre sogar ohne Honorar, seit 2015 mit einer Aufwandsentschädigung in Höhe von 15.000 Euro. Der Streit begann, als Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe (CDU) den städtischen Zuschuss für dieses Foto-Festival der lokalen Museen und Galerien von 75.000 auf 140.000 Euro nahezu verdoppeln wollte, und dabei sollte auch die Organisatorin Sels mit künftig 29.000 Euro für ihre Mühen entschädigt werden. Dem OB Thomas Geisel (SPD) indes erschien Lohes Verwaltungsvorlage zur Etaterhöhung „nicht plausibel“, und er ordnete sogar an, die Veranstaltung wieder wie früher dem NRW-Forum anzugliedern und die Leitung Lipperts Nachfolger Alain Bieber zu übertragen. Clara Maria Sels fühlt sich düpiert und ausgebootet, und der Krach eskalierte, als der NRW-Forums-Chef Bieber von Sels die Überlassung von Accounts für den Mailverkehr forderte, und ihr vorwarf, sie nutze den Account, um von ihr vertretene Künstler zu bevorzugen. Dann wurden auch noch Klüngelvorwürfe laut, wie sie eigentlich sonst nur in der Nachbarstadt Köln zur politischen Folklore gehören: der Bürgermeister Friedrich G. Conzen (CDU), der sich für die Galeristin Sels einsetzt, sei gleichzeitig deren Vermieter, so hieß es, und ein Anonymus habe dem OB Geisel gesteckt, der Kulturdezernent Hans-Georg Lohe sei ein Cousin zweiten Grades der Galeristin. Lohe wies entrüstet „jeden Ansatz von Klüngel“ zurück. Zu Wort meldete sich auch der frühere Kulturdezernent Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU), der 2005 als Kulturstaatssekretär in die Landespolitik wechselte und seitdem seinen Politikerkollegen in der Lokalpolitik heute schon mal rät: „Setzt Euch öfter und vor allem regelmäßiger zusammen und trinkt öfter gemeinsam einen - auch wenn es über den Durst ist“. Diesmal jedoch schlug er nicht vor, bei einem Umtrunk die Wogen zu glätten, sondern warf mit harten Worten dem OB einen „unsäglichen Stil“ vor. Unumstritten ist Clara Maria Sels freilich auch bei ihren Galeristenkollegen nicht: „Tatsächlich hatten sich zuletzt renommierte Galeristen nicht mehr beteiligt. Wie zu hören ist, warf man Sels vor, sie habe sich selbst ermächtigt“, schrieb die Rheinische Post. Doch rund die Hälfte der Düsseldorfer Galerien erklärte sich unlängst mit Sels solidarisch: die 24 Galeristen wollen im Februar 2018 das Photo Weekend weiterhin in Eigenregie abhalten, und dies wie gehabt unter der Leitung von Clara Maria Sels. www.duesseldorfphotoweekend.de

Aktionen & Projekte

Sagen Sie’s den Steinen

Danièle Huillet und Jean-Marie Straub Filmstill Schwarze Sünde, 1988, © BELVA Film

„Sagen Sie’s den Steinen - Zur Gegenwart des Werks von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub“ lautet der Beitrag der Akademie der Künste zur Berliner Schönberg-Woche. Vom 14. September bis zum 19. November 2017 bietet die Akademie eine Retrospektive der beiden Filmemacher Danièle Huillet (1936-2006) und Jean-Marie Straub (geb. 1933). „In annähernd 50 Jahren gemeinsamer Arbeit haben die beiden Filmemacher Danièle Huillet (1936-2006) und Jean-Marie Straub (geb. 1933) eines der einflussreichsten und zugleich kontroversesten Werke des modernen Kinos geschaffen. Ihre Filme entstanden stets in der Auseinandersetzung und oft im Konflikt mit der Vorlage: Nicht versöhnt oder es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht (1965) nach einem Roman von Heinrich Böll; Klassenverhältnisse (1984) nach Kafkas Amerika-Fragment; Der Tod des Empedokles (1986), Hölderlins „kommunistische Utopie“ (Straub), gedreht am Fuß des Ätna; Die Antigone des Sophokles nach der Hölderlinschen Übertragung für die Bühne bearbeitet von Brecht (1991), erst in Berlin auf die Bühne gebracht, dann im antiken Theater von Segesta auf Sizilien zu einem Film geworden, der so widerständig ist wie seine Heldin; und über Jahrzehnte immer wieder die Arbeit an Texten von Cesare Pavese und Elio Vittorini mit dem Theater Francesco di Bartolo im toskanischen Buti. Seit Danièle Huillets Tod hat Jean-Marie Straub diese Arbeit unvermindert fortgesetzt und 2014 mit dem Film Kommunisten zentrale Momente des gemeinsamen Werkes einer neuen Lektüre angeboten“. www.adk.de

Ausschreibungen

Plakatwettbewerb

Die spanischen Weinkellereien Bodegas Terras Gauda, S.A. Veranstalten in Kooperation mit der Hafenbehörde von Vigo (Galicia) für Werbegrafiker den Plakatwettbewerb Francisco Mantecón 2017. „Das Thema ist frei, vorzugsweise stellt es Aspekte aus dem Arbeitsfeld der einberufenden Firma dar, prinzipiell Themen mit Bezug auf ihre Weißweine der Sorte Albariño betreffen Terras Gauda und Abadía de San Campio. Mit Vorzug bewertet werden kreative Arbeiten in diesem Bereich und die Einarbeitung des Anagramms der Gesellschaft.“ 1. Preis: 10.000 Euro. Deadline: 30. September 2017. Einreichadresse: Bodegas Terras Gauda, S.A., (Straße) Carretera de Tui-A Guarda, km. 55, O Rosal - 36760 Pontevedra / España. Infos: www.franciscomantecon.com

Ausschreibungen

Projektförderung in Stuttgart

Das Kulturamt der Stadt Stuttgart fördert Stuttgarter künstlerische Projekte. Die Priorität liegt in der freien, innovativen, zeitgenössischen Kunstszene Gefördert werden insbesondere qualitativ herausragende interdisziplinäre oder/und transmediale, selbstorganisierte Künstlerräume und Initiativen, innovative Projektformate im öffentlichen Raum, neue künstlerische Ansätze, Projekte, die sich mit Wiederentdeckungen von Künstler/-innen und/ oder künstlerischen Ansätzen beschäftigen... Generell nicht gefördert werden Druckkosten von Ausstellungskatalogen, Projekte und Ausstellungen von Einzelkünstlern und Benefizveranstaltungen... Anträge für 2018 müssen bis zum 15. Oktober 2017 eingereicht werden. Kontakt: Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart, Eichstr. 9, 70173 Stuttgart, Gerd Dieterich, Tel.: 0711 216-80047, gerd.dieterich@stuttgart.de

Ausschreibungen

Kunstschule Kreynhop

Für das Jahr 2018 lobt die Kunstschule Atelier Sybille Kreynhop wieder ein neunmonatiges Stipendium aus dem Bereich der künstlerischen Gestaltung mit einem Gesamtwert von 1.800 Euro aus. Diese Summe wird mit dem Unterricht in der Kunstschule und der abschließenden Einzelausstellung verrechnet. Bewerber aus Hamburg und Umgebung im Alter von 18 bis 30 Jahren können bis zum 30. November 2017 ihre Unterlagen einreichen: Kunstschule Atelier Sybille Kreynhop, Fährhausstraße 20, 22085 Hamburg, E-mail: info@kunstschule-kreynhop.de

Personalien

Gerhard Richter: Leihgabe für Bundestag

Gerhard Richter, Foto: S. Kallnbach

Gerhard Richter hat dem Deutschen Bundestag vier Werke seines Bilderzyklus „Birkenau“ als Leihgabe überlassen. Sie beruhen auf Fotos, die 1944 heimlich im KZ Auschwitz-Birkeau aufgenommen wurden. Richter hatte die Fotovorlagen in mehreren Schichten übermalt und dann gleichgroße Fotografien davon angefertigt. Im Bundestag hängen sie nun in der westlichen Eingangshalle gegenüber einer schwarz-rot-goldenen Farbabstraktion des Malers, die dort bei der Neueröffnung des Reichstagsgebäudes 1999 angebracht wurde.

Biennalen

Biennale für aktuelle Fotografie eröffnet

Das Kuratorenkollektivder Biennale für aktuelle Fotografie 2017: v.l.: Boaz Levin, Florian Ebner, Christin Müller, Fabian Knierim, Kathrin Schönegg, Kerstin Meincke

Die Biennale für aktuelle Fotografie findet 2017 in der Nachfolge des Fotofestivals Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg statt. Die Eröffnung der Veranstaltungsreihe ist heute am 8. September 2017. Der Titel "Farewell Photography" stellt einen Abschied von der Fotografie in Aussicht, wie sie bisher bekannt ist, denn durch die Digitalisierung ändern sich Sehweisen und ästhetische Konzepte, Abdruck von "Leserfotos" und die Mode der "Selfies" beeinflussen das Berufsbild der Fotografen und Fotoreporter. Ein sechsköpfiges Kuratorenteam setzt in den genannten Städten bis zum 5. November 2017 in acht großen Ausstellungen Arbeiten von mehr als 90 Fotokünstlern in Szene. "Die Ausstellungen thematisieren die sich ändernden Formen der Fotografie, politische Haltungen, die neue Öffentlichkeit des Privaten, und nicht zuletzt eine andere Sprache der Fotografie." www.biennalefotografie.de

Preise

Wolfgang Hahn-Preis für Haegue Yang

Haegue Yang, Courtesy die Künstlerin, Foto: Studio Haegue Yang

Haegue Yang wird während der Art Cologne im April 2018 mit dem Kölner Wolfgang Hahn-Preis geehrt, der „mit dem Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe der Künstlerin für die Sammlung des Museum Ludwig“ verbunden ist. „Zudem wird eine Ausstellung realisiert und eine Publikation erscheinen.“ Die Auszeichnung gilt „generell einem konsequent und substantiell weiterentwickeltes, in internationalen Expertenkreisen anerkanntes Oeuvre“. Haegue Yang lebt in Berlin und ist ab dem Wintersemester 2017/2918 an der Frankfurter Städelschule als Professorin tätig. www.museum-ludwig.de 

Museen & Institutionen

Berlin: Festival of Future Nows

Alvaro Urbanom Skin and Bones, Performance Festival of Future Nows, Institut für Raumexperimente, Universität der Künste Berlin; Neue Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin, 2014 © Institut für Raumexperimente, UdK Berlin

Zur Berlin Art Week (13. bis 17.9.) findet als Kooperation zwischen der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und dem Künstler Olafur Eliasson mit seinem Institut für Raumexperimente e.V. nach 2014 nunmehr das zweite Festival of Future Nows statt. Austragungsort ist vom 14. bis zum 17. September 2017 der Hamburger Bahnhof-Museum für Gegenwartskunst. Beteiligt sind über 100 Künstler mit Performance, Happening, Experiment, Punk Oper und Intervention. "Spontane Choreografien, musikalische Aufführungen und offene Begegnungen laden zur Partizipation ein und können im Flashmob-Tempo um sich greifen. Einzelne Projekte entfalten sich parallel oder überschneiden einander. Ein gezieltes Überangebot verführt Besucher, den Festival-Parcours nicht-linear zu entdecken." www.freundedsernationalgalerie.de

Personalien

Arno Rink gestorben

Arno Rink, Foto: Heinz-Norbert Jocks

Arno Rink starb im Alter von 76 Jahren. Er war von 1987 bis 1994 Rektor der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst; zu seinen bekanntesten Schülern zählt Neo Rauch. Hatte man Rinks Lehrer Bernd Heisig zusammen mit Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer als „Leipziger Schule“ bezeichnet, so gilt Rink als Mitbegründer der „Neuen Leipziger Schule“, der man die Malergeneration um Neo Rauch, Tilo Baumgärtel und Matthias Weischer zurechnet, die sich nach der Wende 1990 im Kunstbetrieb etablierte. In seinen Bildern mit figürlichen Motiven legte Arno Rink großen Wert auf handwerkliche Präzision; an manchen Werken arbeitete er bis zu sieben Jahre lang. Aufgrund dieser langwierigen Technik umfasst sein Gesamtwerk in 50 Jahren nur etwa 200 Bilder. Zuletzt arbeitete er an einer Neufassung seines Gemäldes „Italienische Begegnung“ (1978), doch diese Arbeit bleibt nun unvollendet.

Kulturpolitik

Rechtsstreit um Kneipennamen

Yoko Ono, Copyright: Yoko Ono, Courtesy Lenono Photo Archive

Yoko Ono erzwang über eine Düsseldorfer Anwaltskanzlei die Umbenennung der Hamburger Szene-Kneipe „Yoko Mono Bar“, da der verballhornte Name der Gaststätte jenem der Künstlerin zu ähnlich sei. Per einstweiliger Verfügung wurde dem Wirt 250.000 Euro Geldstrafe angedroht. Der Schriftzug „Yoko“ ist nun überklebt; der Anwalt des Wirts kündigte allerdings an, gegen die Verfügung Widerspruch einlegen zu wollen. Der Barbetreiber hat derzeit aber auch noch andere Sorgen: nach jahrelangem Streit hat der Vermieter ihm nämlich den Mietvertrag gekündigt.

Personalien

Allen Jones 80 Jahre

Allen Jones, Foto: Eamonn McCabe, Courtesy: der Künstler, Copyright Allen Jones

Allen Jones, Mitbegründer der britischen Pop Art, wurde 80 Jahre alt. Er studierte in London und ging 1964/65 nach New York. Heute lebt er wieder in England. Pin up-Fotos aus Zeitschriften der 1940er und 1950er Jahre nimmt er als Vorlagen für seine Motive in Gemälden und Druckgrafiken – vorzugsweise Frauenbeine in Nylons und High Heels. Als er Ende der 1960er Jahre auch Fiberglas-Skulpturen mit Frauen in erotischen Posen als „Möbelstücke“ ausstellt, wird er sowohl von Feministinnen als auch von prüden konservativen Sittenwächtern scharf angegriffen. Jones wehrt sich, es ginge ihm nicht um eine Entwürdigung der Frau, sondern um das Aufbrechen sexueller Tabus. 

Aktionen & Projekte

Steirischer Herbst

Florentina Holzinger, Apollon Musagète, Foto: Josefin Arnell

Das Festival Steirischer Herbst findet in diesem Jahr zum 50. Mal in Graz statt, und zwar vom 22. September bis zum 15. Oktober 2017. Das Jubiläum ist Anlass, „um grundsätzliche Fragen zur Selbstverortung von Kunst und Gesellschaft zu stellen: Wo stehen wir eigentlich? Was hat zu dieser Gegenwart geführt? Und mit welchen Mitteln wollen wir unseren Platz in der Welt und die Wege, die wir zukünftig einschlagen, überhaupt bestimmen? Oder: 'Where Are We Now?'“ Höhepunkte sind u.a. die von Luigi Fassi kuratierte Herbst-Ausstellung „Prometheus Unbound“, Waalid Raads weltumspannenden Arbeitszyklus „Kicking the Dead“ und „Diese Wildnis hat Kultur“, eine Sonderausstellung des GrazMuseum zum Festivaljubiläum. Im obersteirischen Neuberg an der Mürz kreiert außerdem der georgische Künstler Vajiko Chachkhiani im Kontext des Projektes „Die Kinder der Toten“ eine Installation in einem verlassenen Haus: „Guests arrived, none of us could see them“. Das Festivalzentrum befindet sich um Palais Attems. „Zwischen Palais und Mursteg baut die Grazer Architektengruppe Studio Magic ihr Projekt „Transegrity“ auf. Die einzelnen Elemente dieser raumgreifenden Installation zitieren die Form des „Tschechenigels“, einer Panzersperre, mit der seit dem Zweiten Weltkrieg weltweit temporäre Grenzen markiert werden. Über den Begriff der Avantgarde schließt sich der Kreis zu 50 Jahren steirischer herbst: Während Avantgarde ursprünglich die militärische Vorhut bezeichnete, wurde der Begriff später von politischen und künstlerischen Bewegungen verwendet, die ihre Radikalität gegenüber vorherrschenden Normen unterstreichen wollten. Studio Magic transformieren die Sperren zu geöffneten Toren am Boden und befreien sie in der Höhe aus ihrer festen Verschraubung...“ www.steirischerherbst.at

Biennalen

Lichtsicht-Projektionsbiennale

AES+F, The Feast of Trimalchio, Pressebild zur „Lichtsicht“-Projektionsbiennale

Die Projektionsbiennale „Lichtsicht“ von Bad Rothenfelde findet in diesem Herbst/Winter vom 29. September 2017 bis zum 28. Januar 2018 statt. Die Projektionen beginnen täglich mit Einsetzen der Dunkelheit im September und in der ersten Oktoberhälfte um 20 Uhr, in der zweiten Oktoberhälfte um 19 Uhr und in der restlichen Laufzeit um 17.30 Uhr. Sie dauern jeweils bis 22 oder 23 Uhr. Der Besuch der Video- und Lichtkuinst im öffentlichen Raum ist kostenlos. Die Kuratoren Manfred Schneckenburger und Peter Weibel haben für das „Best of“ zwanzig aufsehenerregende Beiträge aus den fünf vorausgehenden Biennalen zusammengestellt. Heinrich W. Risken, Mäzen und Gründer der Heinrich W. Risken-Stiftung, kündigte gegenüber der Presse an, dass diese Lichtsicht-Biennale die letzte sein wird, denn er habe „in Gesprächen in der Gemeinde, beim Landkreis Osnabrück und beim Land Niedersachsen keine positiven Rückmeldungen erhalten“. www.lichtsicht-biennale.de

Biennalen

Ultracontemporary Biennale Kopenhagen

Tijana Miskovic und Thierry Geoffroy bei der Vorbereitung der Copenhagen Biennale, Foto: Copyright: alle Rechte vor vorbehalten, Pressefoto, Courtesy Copenhagen Biennale

Vom 18.9. bis zum 1.10. 2017 wird erstmals die CUB - Ultracontemporary Biennale von Kopenhagen ausgerichtet. Alle ausgestellten Kunstwerke entstehen an einem einzigen Tag, so dass auch die Ausstellung jeden Tag ein anderes Gesicht bekommt. Eingeladen werden etwa 50 Künstler. Ein zweiter Programmteil besteht aus Werken, die in den vergangenen 25 Jahren in die Sammlung von The Delay Museum Eingang gefunden haben. Organisatoren sind Tijana Miskovic und Thierry Geoffroy/COLONEL. www.copenhagenbiennale.org

Aktionen & Projekte

Münster: Symposion "Nothing permanent"

Oscar Tuazon, Fire Building (Build the Formwork), © Skulptur Projekte 2017, Foto: Henning Rogge

Das Henry Moore Institute und die Skulptur Projekte Münster laden für den 14. September 2017 zu einem Symposion "Nothing permanent" ein. Ausgangspunkt ist ein Zitat von Kasper König, der auf die Frage, welchen Rat er jemandem für ein Projekt im städtischen Raum geben würde, antwortete: "Machen Sie nichts für die Ewigkeit". Durch die aktuelle Denkmaldebatte in den USA (die Entfernung einer historisch umstrittenen Skulptur in Charlottesville) wird auf diesem Symposion auch die Frage diskutiert: „Wie gehen wir mit Werken um, die aus zeitgenössischer Sicht über keine direkte Relevanz mehr verfügen oder sogar ein problematisches politisches Erbe transportieren?“ Eine andere Frage lautet: „Inwieweit widersetzt sich Kunst im öffentlichen Raum unter dem Gesichtspunkt des Erhalts und der Instandsetzung von Skulpturen der Idee des Sammelns?“ Referenten sind Jon Wood (Einfürhungsvortrag), Brandon Taylor, Marilyn Douala Manga Bell, Nancy Adajania und Thomas Hirschhorn. Das Symposium wird mit einem Livestream übertragen unter www.skulptur-projekte.de

Hochschulen

Bonvicini: Professur in Berlin

Monica Bonvicini, Foto: Martin Bühler

Monica Bonvicini übernimmt zum 1. Oktober 2017 eine Professur für Bildhauerei an der UdK Berlin. „Ihre medienübergreifenden Werke sind direkt, provokant und scharfsinnig. In ihren Videoarbeiten, Rauminstallationen, Zeichnungen und Skulpturen untersucht sie Macht- und Geschlechterverhältnisse in unterschiedlichsten Kontexten – in den geometrischen Formen der Architektur, in der Sexualität, Politik und Repräsentation.“ Ihre langjährige Wahlheimat Berlin richtet ihr in diesem Jahr Einzelausstellung in der Berlinischen Galerie aus, die am 15. September eröffnet wird. Fabian Stech führte für „Kunstforum“ Bd. 218 (2912) ein Künstlergespräch mit Monica Bonvicini.

Museen & Institutionen

Timm Ulrichs im Kunstraum München

Timm Ulrichs 2017, Foto: S. Kallnbach

Timm Ulrichs hat ab dem 9. September 2017 eine Ausstellung "Vorsicht Glas!" im "Kunstraum München", die von Alexander Steig kuratiert wird. Laufzeit: bis 15. Okt. 2917. Als Künstler bewegt sich Ulrichs stilistisch zwischen Neu-Dada, Konzept-Kunst, Ideen-Kunst und Body Art, medial zwischen Grafik, Installation und Aktion. "Für sein Projekt 'Vorsicht, Glas!' im Kunstraum München realisiert, modifiziert und reinszeniert Timm Ulrichs u. a. zwei akustische Arbeiten, die sich diesem zerbrechlichen Werkstoff audiovisuell widmen. Die Arbeit 'Das große Glas' nimmt dabei offen Bezug zu fast gleichnamiger Arbeit von Marcel Duchamp, den Ulrichs noch persönlich kennengelernt hat. Zwei sich gegenüberstehende, von Sprüngen durchzogene Glasscheiben werden in Schwingung versetzt; dabei wird der Raum zum Klangkörper des Schepperns eingeworfener Fenster. Ein bedrohliches Geräusch – oder etwa ein befreiendes? Eine weitere Arbeit hingegen entlockt dem Material Glas ein fast geselliges Klirren: 100 Gläser auf einem Glastisch, die vibrierend aneinanderstoßen und gegenüber dem Crescendo der ersten Arbeit auf die Nuancen der Versehrlichkeit des Materials anspielen. Die Videoarbeit „Bedrohtes Haus“ lässt den Betrachter gebannt einer um ein Glashaus kreisenden Stahlkugel folgen, deren Umrundung sich zusehends verlangsamt und dem fragilen Gebäude dabei bedrohlich nahe kommt..." www.kunstraum-muenchen.de

Museen & Institutionen

Alexander Kluge im Museum Folkwang

Helge Schneider, Foto: Jens Nober 2017

Vorbei sind die Zeiten, in denen Kulturpuristen streng zwischen E- und U-Kultur unterschieden. Ernsthafte Hochkultur in den Museen geht heute längst mit Erbaulichem zusammen, manchmal zwar auch recht arg mit billigem Event-Klamauk, manchmal aber vermittlungspädagogisch geschickt, um neue Besucherschichten jenseits des klassischen Bildungsbürgertums anzulocken. Mit „Pluriversum“ hat der Filmemacher Alexander Kluge erstmals eine große Museumsausstellung, und zwar vom 15. September 2017 bis zum 7. Januar 2018 im Museum Folkwang Essen. „Präsentiert werden seine virtuosen filmischen Bildmontagen zusammen mit Objekten, darunter eine Fotografie von Thomas Demand und Glasplatten von Kerstin Brätsch. In sechs multimedialen Räumen wird der Kern von Kluges Werk sichtbar.“ Neben Vortragen umfasst das Begleitprogramm auch einen Auftritt des Kabarettisten und Komödianten Helge Schneider (9. November 2017) und einen Gesangs-und Rezitationsabend mit der Schauspielerin Hannelore Hoger, begleitet von Sir Henry (30. November 2017). www.museum-folkwang.de

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