40 Jahre Frauenmuseum Bonn

25. März 2021 · Museen & Institutionen
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In Bonn wurde vor genau 40 Jahren das weltweit erste Frauenmuseum gegründet. Wesentliche Impulsgeberin zur Gründung und seitdem langjährige Direktorin ist die Künstlerin Marianne Pitzen. Wie notwendig eine solche Gründung war angesichts einer Unterrepräsentanz von Künstlerinnen im offiziösen Kunstbetrieb zeigte sich noch 1996: da fragte das Frauenmuseum für eine Ausstellung zum Jubiläum „50 Jahre Bundesland NRW“ Leihgaben mit Werken von Frauen aus den regionalen Museen für diesen Zeitraum an, doch es stellte sich heraus, das in den 19509er und 1960er von diesen Museen Jahren nur ganz wenige Werke von Künstlerinnen angekauft wurden. Standort des Frauenmuseums ist ein ehemaliges Kaufhaus in der Bonner Nordstadt; doch weil die Stadt Bonn 2014 entschied, die Finanzierung des Frauenmuseums 2028 auslaufen zu lassen, sah der sechsköpfige Vorstand sich gezwungen, 510.000 Euro aus eigener Kraft, d.h. mit Spenden aufzubringen und „ohne Kredit“, damit eine „Stiftung sichere Zukunft – Museum der Frauen gGmbH“ der Stadt das Gebäude abkaufen konnte. „Bloß keine Dogmen“, zitiert „eiskellerberg TV“ das inhaltliche Credo von Marianne Pitzen. „Seit Beginn an steht das Frauenmuseum Bonn für eine Politisierung von Kunst. Nur solche Künstlerinnen wurden und werden bevorzugt eingeladen und ausgestellt, die Kunst als Fortsetzung politischer Ereignisse und Konflikte verstehen. Es geht da also keineswegs um Kunst an sich, sondern um Kunst als Vehikel einer politischen Diskussion, um Kunst als Durchsetzungsstrategie vornehmlich feministischer Interessen.“ Dabei sind Männer, die dieses Ideengut des Frauenmuseums mittragen, dort mitunter durchaus auch willkommen: Horst Pitzen baute dort über viele Jahre ein beachtliches Archiv über die rheinische Kunstszene auf, und Curt Delander richtete eine Kapelle zu Ehren der Hl. Gertrudis in einem Seitentrakt ein – bei einer Performance, die Siglinde Kallnbach zum „Gertrudisfest“ 2013 im Frauenmuseum aufführte, war auch „Kunstforum“-Mitarbeiter Jürgen Raap beteiligt. Nach der Einweihung der neu gestalteten Gertrudiskapelle im März 2021 umfasst das Jubiläumsprogramm u.a. die Ausstellungen „Göttinnen im Rheinland“ (bis 22. Dez. 2021) und „Langeweile im Paradies“ (bis 31. Okt. 2021). http://www.frauenmuseum.de

Dazu in Band 110 erschienen:

Dazu in Band 71 / 72 erschienen:

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