59. Biennale di Venezia eröffnet morgen

22. April 2022 · Biennalen
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Nachdem sie pandemiebedingt um ein Jahr verschoben werden musste, öffnet am morgigen Samstag die 59. Venedig Biennale ihre Türen für das Publikum. Bereits im Vorfeld konnte sich die Fachwelt ein erstes Bild machen. Der von Cecilia Allemani gewählt Titel der diesjährigen Ausgabe „The Milk of Dreams“ entlehnt sich dem Titel eines Kinderbuchs der Surrealistin Leonora Carrington und steht für eine Welt in der sich jeder verändern kann. Die gleichnamige Hauptausstellung thematisiert mit 213 künstlerischen Positionen aus 58 Ländern die Metamorphosen von Körpern sowie Definitionen des Menschlichen. Auf dem Dach der Hauptausstellung in den Gardini flankieren Hai-Skulpturen der Künstlerin Cosima von Bonin die Besucher*innen rein. Durch den ersten Raum mit einer großen Elefanten-Skulptur von Katharina Fritsch gelangt man in den ersten Teil der Hauptausstellung. Ebenfalls ein Highlight sind die umfangreichen Präsentationen von Rosemarie Trockel, Cecilia Vicuña und Paula Rego. Der zweite Teil der Hauptausstellung findet in den Arsenale statt. Imposant steht hier direkt zu Beginn eine monumentale Skulptur von Simone Leigh, die auch den Amerikanischen Pavillon in diesem Jahr bespielt. Auffallend, die Künstlerauswahl setzt einen starken Fokus auf weibliche Positionen. Sogenannte Zeitkapseln innerhalb der Schau setzen zudem in fünf Schwerpunkten zusätzliche historische Impulse und spannen Referenzen in die Vergangenheit.

Den deutschen Pavillon, kuratiert von Yilmaz Dziewior, bespielt die Konzeptkünstlerin Maria Eichhorn. Für Ihr Projekt „Relocating a Structure“ legt die Künstlerin die Nahtstelle architektonischen Strukturen des Pavillons wortwörtlich frei, und setzt so die nationalsozialistische Geschichte des Pavillons ins Zentrum. Teil des Konzepts ist der Katalog der die umfangreiche Recherchearbeit der Künstlerin und ihres Teams dokumentiert und eine mögliche, aber realisierbare Translozierung des Gebäudes als Gedankenmodell mit in die Konzeption einbezieht. „Als Teil des künstlerischen Beitrags von Maria Eichhorn werden während der Laufzeit der Biennale zweimal wöchentlich Führungen zu Denkmälern und Orten in Venedig angeboten, die an Aktivitäten des antifaschistischen Widerstands sowie an die Deportation der jüdischen Bevölkerung erinnern.“

Trotz des Krieges, konnte der urkrainische Pavillon mit einer Präsentation des Künstlers Pavlo Makov eröffnet werden. Der Kuratorin Kateryna Chueva und dem Künstler war es gelungen, das Werk aus der Ukraine nach Venedig zu retten. Zusätzlich wird eine Piazza Ucraina, die die Biennale-Leitung am Eingang der Giardini eingerichtet hat einenzusätzlich Beitrag leisten. Zentrales Kunstwerk ist eine Pyramide aus Sansäcken, ähnlich der Schutzwälle in der Ukraine vor Ort. Der große russische Pavillon bleibt hingegen in dieses Jahr geschlossen. Die Künstler*innen Kirill Savchenkov und Alexandra Sukhareva, die den Pavillon bespielen sollten, haben ihre Teilnahme zurückgezogen.

Dazu in Band 261 erschienen:

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