Architekturbiennale Venedig: How will we live together?

27. Februar 2020 · Biennalen

Die Architekturbiennale von Venedig wird am 21. Mai 2020 eröffnet; Publikumstage sind dann während der Laufzeit vom 23. Mai bis zum 29. September 2020. Der Kurator Hashin Sarkis hat ein Programm zum Titel „How will we live together?“ zusammengestellt. Bei der offiziellen Präsentation dieses Programms aus Venedig via Streaming erläuterte Biennale-Präsident Paolo Barrata, die Architektur unterstütze uns dabei, als Individuen bewusster und im zivilgesellschaftlichen Sinne Bürger zu werden und nicht nur Konsumenten zu bleiben: wer sich alte Fotos anschaut, wie unzureichende Hygiene in der Enge des Hamburger Gängeviertels zu einer Cholera-Epidemie führte, oder wie schäbig die Hinterhöfe der Berliner „Mietskasernen“ um 1910 aussahen, der gibt Baratta recht, wenn er betont, gerade die Architektur helfe uns heute, „eine umfassendere Vision von Wohlfahrt zu entwickeln“. So werde die Architekturbiennale die „Strukturprobeleme der heutigen Gesellschaften“ ins Auge fassen: „Wir leben in einer Zeit, die von dem potenziellen Gefühl geprägt ist, nicht länger einen weit verbreiteten Fortschritt zu erleben, sondern vielmehr Opfer der damit verbundenen Veränderungen zu sein.“ Die Ausstellung ist in Venedig zwischen dem Arsenale und dem zentralen Pavillon an den Giardini angesiedelt, unterteilt in fünf Bereiche, wobei im Außenbereich auch monumentale Installationen zu sehen sind. Ein spezieller Sektor „How will we play together?“ widmet sich in der 5 km von Venedig entfernten Festung Forte Marghera Orten, an denen Kinder spielen können – mit Beiträgen von fünf Architekten und einem Fotografen. Vor dem Hintergrund von größer werdenden politischen Gräben und wirtschaftlicher Ungleichheit sollen 114 eingeladene Teilnehmer, mit gleichmäßiger Vertretung von Frauen und Männern, aus 46 Ländern Möglichkeitsräume schaffen, in denen ein gemeinsames und gerechtes Zusammenleben möglich wird. In den Länderpavillons beteiligen sich 63 Nationen mit Auftritten. Mehr Infos auf der offiziellen Website http://www.labiennale.org

Dazu in Band 241 erschienen: