Dossier: exhibit! Was passiert, wenn Ausstellung, ausgestelltes Werk und Kunstwerk zunehmend verschwimmen? Über das Ausstellen als  künstlerisches Handlungsfeld Jetzt lesen Praxis“ versammelt mithilfe neuer Perspektiven die vielfältigen Ausformungen des Ausstellens und geht dabei nicht nur der Frage nach, wie Künstler_innen das Zeigen – von Kunst – konzipieren, sondern vor allem wie sie dieses Zeigen – als Kunst – praktizieren.

Bochum: Mauerfall und Gender-Geisterbahn

9. Januar 2020 · Aktionen & Projekte

Helene Skladny, Stephan Strsembski und Matthias Schamp eröffneten am Schwanenmarkt 1 in Bochum einen gleichnamigen Projektraum in einem „ehemaligen Kiosk + Bedürfnisanstalt“. Sie definieren „Schwanenmarkt 1“ als „Labor für Kunst und soziale Recherche“. „Involviert“ sind auch „sechs Seminare der Evangelischen Hochschule RWL.“ Zur Eröffnung griffen die Künstler zum Vorschlaghammer: just in dem Moment, als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Rede zum Jubiläum „30 Jahre Mauerfall“ dazu aufrief, „neue Mauern einzureißen“, nahmen sie seine Ansprache wortwörtlich und schlugen ein Loch in die Wand, die bisher den Kiosk vom Toilettenraum abtrennte. Als nächstes Projekt installiert die Gruppe dort eine „Gender-Geisterbahn“, durch die „die Toilettensituation“ in dem Kiosk mit der „geschlechtlichen Differenzierung in ‚Damen‘ und ‚Herren‘ ins Absurde überführt“ wird. Der Zugang zur „Gender-Geisterbahn“ erfolgt „für die männlichen und weiblichen Besucher strikt getrennt durch jeweils eigene Eingangstüren. Aber auch für das dritte und alle eventuellen weiteren Geschlechter wurde ein Durchschlupf geschaffen. Im Inneren erwartet die Besucher ein aus mehreren Partitionen bestehendes Environment. Mit Multimedia und Aktionen. Über einen Steg, der über eine Wasserfläche führt, können die Geschlechter zueinander finden. Dafür wurde eigens ein Raum unter Wasser gesetzt…“ Die Einweihung der Gender-Geisterbahn ist für den 11. Januar 2020, 19 Uhr, angekündigt. http://www.der-schamp.de

Dazu in Band 254 erschienen: