documenta fifteen: Hohe Besucherzahlen und Info-Monitore

11. August 2022 · Nachrichten
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Das Land Hessen und die Stadt Kassel sind Gesellschafter der Documenta und Museum Fridericianum gGmbH. Sie ließen nun im ruruhaus, der zentralen Anlaufstelle für die aktuelle Documenta, zwei Monitore mit Erklärungen auf Englisch und Deutsch aufstellen, meldete die Presseagentur dpa. Es heißt, auf diesen Monitoren sollen auch die Beiträge des siebenköpfigen externen Wissenschaftsteams präsent sein, das die documenta bei der Auflösung des Eklats berät. So können sich alle Interessierten eine eigene Meinung bilden. Über den Eklat wird weiter gestritten: „Der Stern“ lässt Kulturstaatsministerin Claudia Roth zu Wort kommen, die Geschehnisse in Kassel seien „eine »Kette der Verantwortungslosigkeit, wo am Ende keiner verantwortlich gewesen sein will“. Roth räumte ein, sie hätte vielleicht schon viel früher „bei den Diskussionen im Vorfeld der Documenta-Eröffnung lauter und deutlicher sein sollen, sein müssen“. Auch der Grünen-Politiker Volker Beck prangerte erneut eine „Verantwortungslosigkeit“ an, dies vor allem an die Adresse von Kassels OB Christian Geselle (SPD) und Hessens Kunstministerin Angela Dorn (Grüne), da diese „da im Aufsichtsrat nicht dafür gesorgt haben, dass hier etwas geschieht“. Volker Beck: „Nach dieser Documenta muss man sagen: Antisemitismus hat einen Platz in Kassel, Antisemitismus hat einen Platz auf dieser Documenta.“ Die Deutsche Welle lässt den documenta-Geschäftsführer Alexander Farenholtz für einen Kassel-Besuch plädieren: Mir ist schon klar, und das weiß ich aus persönlichen Gesprächen, dass viele Menschen aus der jüdischen Community durch die Vorgänge, die hier stattgefunden haben, verstört und auch verletzt wurden. Die möchte ich besonders einladen: Kommt her, guckt Euch die documenta fifteen an! Für den Erfolg einer documenta spielt die Mund-zu-Mund-Propaganda eine ganz große Rolle. Da gibt es die Realität in den Medien und in der Politik. Das andere ist die Wirklichkeit auf dem Gelände, die sich dann im Gespräch mit Nachbarn und Freunden vervielfältigt.“

Die Befürchtungen, das Publikum könnte wegen der skandlösen Begleitumstände (Antisemitismus-Vorwürfe) fort bleiben, haben sich bis zur Halbzeit der documenta 15 jedenfalls nicht bewahrheitet: 14.000 Dauerkarten wurden verkauft, und an den ersten 50 Tagen besuchten 410.000 Menschen die 32 Ausstellungsorte. Vor fünf Jahren, bei der documenta 14, waren es bis zur Halbzeit nur unwesentlich mehr gewesen, nämlich 445.000. Lediglich an den Rundgängen ist im Vergleich mit der documenta 2017 ein Rückgang von 54.000 auf 36.000 verkaufte Tickets zu registrieren: der Grund wird in den „coronabedingten Auswirkungen auf den Geschäfts- und Gruppenreisemarkt“ vermutet. Um größere Menschenansammlungen zu meiden, verzichten aus dem gleichen Grund woanders viele derzeit auch auf einen Konzertbesuch. Dennoch reisten auch viele Kunstfans aus dem Ausland nach Kassel an: „Das Verhältnis der Besuche aus Deutschland zu denen aus dem Ausland scheint nach den ersten Zwischenergebnissen… mit ca. 70 zu 30 ungefähr dem Ergebnis der documenta 14 mit 65 zu 35 zu entsprechen“, heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung. https://documenta-fifteen.de/

Dazu in Band 283 erschienen:

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