Erste Gertrud-Bing-Research-Residency-Stipendiatin: Marysia Lewandowska
Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg in Hamburg geben die Stadtkuratorin Hamburg und Kunsthaus Hamburg gemeinsam mit der Villa Romana in Florenz, dem Warburg-Haus in Hamburg und dem Warburg Institute in London die Künstlerin Marysia Lewandowska als erste Stipentiatin der Gertrud-Bing-Research-Residency bekannt. Das Residenzstipendium soll Künstler*innen die Forschung in den drei Städten Hamburg, Florenz und London ermöglichen.
Benannt ist es nach der deutsch-jüdischen Philosophin und Kunsthistorikerin Gertrud Bing (1892–1964) als einer der Schlüsselfiguren der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg während ihrer Gründungszeit. An ihr Engagement für ein multidisziplinäres intellektuelles Leben anknüpfend, soll beim Gertrud-Bing-Research-Residency mit Blick auf die Geschichte intellektuelle Freiheit im Mittelpunkt stehen. Angestrebt wird eine Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und experimenteller künstlerischer Praxis. Das Stipendium will Künstler*innen und Denker*innen unterstützen, deren Praxis von kritischem transkulturellem Dialog und feministischen Erkenntnistheorien geprägt ist. Die Gertrud Bing Research Residency soll insgesamt drei Mal stattfinden.
Als erste Stipendiatin wurde die in Polen geborene und in London lebende Künstlerin Marysia Lewandowska ausgewählt. Ihre Praxis konzentriert sich auf die Erforschung der öffentlichen Funktionen von Archiven, Museen und Ausstellungen, wobei sie besonderes Augenmerk auf die fehlenden Stimmen von Frauen legt. Marysia Lewandowska wird im Rahmen der Residency einen Gertrud-Bing-Film erarbeiten. Die Recherchen hierzu wird sie im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Bibliotheksgebäudes vorstellen.