Fotostreit zwischen Düsseldorf und Essen eskaliert

16. August 2021 · Kulturpolitik

„Der Streit Düsseldorf gegen Essen um Fotoinstitut eskaliert“, titelte die „Westfalenpost“. Beide Städte wollen Standort für ein „Deutsches Zentrum für Fotografie“ werden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte zu einem Spitzengespräch nach Berlin eingeladen, doch Düsseldorfs OB Stephan Keller (CDU) sagte den Termin ab, „weil kein gemeinsames Vorgehen“ mit Grütters abgestimmt werden konnte: Keller hatte kritisiert, dass zu viele Essen-Befürworter in dem Gremium säßen. OB Keller weiß die lokale Fotoszene um Andreas Gursky hinter sich, ein Standort am NRW-Forum ist auch schon eingeplant, der Bundestag und das Land NRW hatten dafür auch bereits Gelder bewilligt. Doch dann votierte eine Expertenkommission in einem Gutachten, das Grütters in Auftrag gegeben hatte, für Essen. Eines der Argumente: die Nähe des NRW-Forums zum Rhein ließe eine unterirdische Lagerung von derlei Kulturgut nicht zu; es seien Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilzbildung zu befürchten. Dabei ist Stephan Keller durchaus kompromissbereit: er könne sich eine Doppellösung mit Archiv in Essen und Ausstellungen in Düsseldorf vorstellen, hatte schon im März 2021 die „Westdeutsche Zeitung“ berichtet. Trotzdem suchte er gleichzeitig nach neuen Verbündeten, „um die Gründung und Förderung eines Fotoinstituts mit Standort in Düsseldorf voranzutreiben“ wie das „Lokal[büro] Düsseldorfer Nachrichtendienst“ meldete: Dazu haben sich die Landeshauptstadt Düsseldorf, der DFI e.V. (Verein zur Gründung und Förderung eines Deutschen Fotoinstituts e.V.) mit Sitz in Düsseldorf und die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln zusammengeschlossen.

Dazu in Band 273 erschienen: