Frankfurt: Vorwürfe gegen Museumsdirektorin

25. Mai 2022 · Kulturpolitik
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„Im ‚Museum für Moderne Kunst‘ hängt der Haussegen richtig schief, stellte BILD.de fest. Die „FAZ-Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte darüber berichtet, bereits „zum zweiten Mal“ hätte „eine Mehrheit der Mitarbeiter einen Brief an die Direktorin“ Susanne Pfeffer geschrieben. „Von physischer wie psychischer Überlastung ist die Rede, von institutioneller Gewalt und von hierarchischen Strukturen, von fehlendem Vertrauen und mangelhafter Kommunikation. Von Respektlosigkeit, Machtmissbrauch und Übergriffigkeit gegenüber Mitarbeitern, von Demütigungen, Kontrollanrufen und dergleichen mehr.“ Das „Journal Frankfurt“ legte nach und ließ anonym eine ehemalige Mitarbeiterin und ihren Kollegen, der im MMK arbeitet, zu Wort kommen. Sie berichten von einer „Atmosphäre, in der man tierische Angst vor der Direktorin bekomme“. Das sei nicht ohne Auswirkungen auf das Betriebsklima insgesamt geblieben: von „gegenseitigen Beleidigungen“ und „aggressivem Personal“ wird berichtet. Pfeffers Reaktion in einem Antwortschreiben: „Sie zeigt sich angesichts der Vorwürfe, die einseitig und persönlich seien, vor allem irritiert“, urteilt die „FAZ“. „Man habe inzwischen einen gemeinsamen Prozess gestartet, um die Situation positiv zu verändern, so Pfeffer“, reportiert „Journal Frankfurt“. „Weiter auf die Vorwürfe eingehen will sie derzeit nicht.“ Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), der als Dienstvorgesetzte eine Dienstaufsicht obliegt, hält sich derzeit laut den Medienberichten noch bedeckt. Von außen lässt sich nicht bewerten, wie es im Frankfurter MMK intern tatsächlich zugeht. Doch von diesem konkreten Fall einmal abgesehen, machen Vorkommnisse von Machtmissbrauch im Kulturbetrieb auch an vielen anderen Orten hin und wieder negative Schlagzeilen. Es handele sich dabei wohl um ein allgemeines Strukturproblem, welches das österreichische Portal Dossier.at mit den Worten beschreibt: „Ein gemeinsamer Nenner: Viel Geld trifft auf große Egos, autoritäre Führung auf fehlende Transparenz. Der Kulturbetrieb bietet den idealen Nährboden für Korruption: gebündelte Macht, autoritäre Führungsstrukturen,… mangelnde Kontrolle – und nicht zuletzt die Freiheit der Kunst, mit der Misswirtschaft und Übergriffe oftmals gerechtfertigt werden.“

Dazu in Band 239 erschienen:

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