Markus Lüpertz als Detektiv in China

20. November 2019 · Kulturpolitik
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„Ein Maler wird zum Detektiv“ titelte tagesschau.de über Markus Lüpertz, der gerade in China nach 152 seiner Werke fahndet, die verschwunden sind und offensichtlich an einem geheimen Ort aufbewahrt werden, ebenso wie weitere 90 Bilder von Anselm Kiefer und 103 Arbeiten der Fotokünstlerin Renate Graf. Lüpertz sorgt sich um sein künstlerisches Lebenswerk, da diese frühen Bilder bei unsachgemäßer Lagerung Schaden erleiden könnten. Obwohl die Eigentümerin der Bilder, die Sammlerin Maria Chen-Tu, schon im Juli 2019 Strafantrag wegen Betrugs stellte, erklären die chinesischen Behörden, ihnen seien die Hände gebunden, denn es läge keine Straftat vor, schließlich habe die Sammlerin die Werke freiwillig an den Geschäftsmann Ma Yue verliehen, konkret an seine Hamburger Kunstfirma Bell Art GmbH, damit Yue damit Ausstellungen in China organisiere. Das tat Ma Yue auch, allerdings zum Verdruss von Anselm Kiefer, der sich 2016 darüber beschwerte, dass ihm bei der Ausstellung im CAFA-Museum kein Mitspracherecht eingeräumt wurde. Die Bell Art GmbH ist inzwischen pleite und liquidiert. „Nach Meinung von Sammlerin Chen-Tu und Künstler Lüpertz ist Geschäftspartner Yue das schwarze Schaf. Er habe die Prämien für Versicherungen nicht bezahlt, er behalte die Kunstwerke ein und verschweige Details zur aktuellen Lagerung“, heißt es in dem Medienbericht. Dem widerspricht Ma Yue: er habe einen Leihvertrag mit zehn Jahren Laufzeit abgeschlossen und „das Recht, die Kunstwerke auszustellen, zu präsentieren und den Verkauf dieser Arbeiten anzubieten.“ Allerdings existiert darüber kein schriftlicher Leihvertrag. Ma Yue erklärte inzwischen, die Werke befänden sich in Shanghai, Shenzhen und Hongkong. tagesschau.de fasst die Situation mit den Worten zusammen: „Der ganze Fall ist absurd: verschwundene Kunstwerke im Wert von rund 300 Millionen Euro, dazu rätselhafte Protagonisten und eine Mischung aus Naivität, krimineller Energie und sich widersprechenden Aussagen. Ein Krimi aus der Kunstszene…“

Dazu in Band 191 erschienen:

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