Meron Mendel: Ernüchternde Documenta-Bilanz – www.kunstforum.de

Meron Mendel: Ernüchternde Documenta-Bilanz

21. September 2022 · Kulturpolitik

Zum Ende der d 15 fällt die Bilanz durch Meron Mendel, Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, ernüchternd aus. In einem Interview mit Lisa Berins in der HNA-Hessisch-Niedersächsische Allgemeine kommt Mendel zu der Einschätzung: „Die eine Seite sieht überall Antisemitismus, äußert undifferenzierte Vorwürfe bis zum Schluss und hat keine Scheu, die gesamte documenta in Kassel als antisemitische Veranstaltung zu diffamieren. Und die andere Seite sieht nur eine Hexenjagd und Rassismus überall – und erkennt Antisemitismus nur, wenn er aus der rechten Ecke kommt.“ Und er prognostiziert, man könne „nicht ignorieren, dass auf der documenta hauptsächlich negative Darstellung von Juden vertreten waren. Zukünftig wird es eine stärkere Selbstreflexion in der Kunst und Kulturszene geben müssen: Vielleicht gibt es doch blinde Flecken in den postkolonialen Ansätzen? Will man eine homogene, verzerrte Darstellung von Israel als Kolonialisierungs- und Schurkenstaat dulden?… Die Kunst ist frei, und man sollte ihr keine Richtung vorgeben. Aber vielleicht sollte man schon fragen, auch bei anderen Kunst- und Kulturfestivals, ob Akteurinnen und Akteure die Plattformen nutzen, um politische Agitation im Schutz der Kunstfreiheit zu betreiben.“ Die „taz-die tageszeitung“ berichtete unterdessen von der lumbung-Konferenz, die noch bis Freitag, 23. Sept. 2022 in Kassel läuft und referiert den Vortrag des Kunstkritikers Philippe Pirotte, der mutmaßte, „dass in Kassel etwas aufgebaut wurde, was die Mehrheitsgesellschaft nicht ertragen könne“ und seinerseits „konservativen Meinungsmachern“ vorwirft, die documenta für sich instrumentalisiert zu haben.

Dazu in Band 284 erschienen:


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