Miriam Cahn will Werke aus Kunsthaus Zürich zurück ziehen

23. Dezember 2021 · Kulturpolitik
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Die Künstlerin Miriam Cahn will ihre Werke aus dem Kunsthaus Zürich zurück ziehen. Gegenüber „Deutschlandfunk Kultur“ erklärte sie, im Gespräch mit ihren Galerien Meyer Riegger und Jocelyn Wolff zu sein, ob sich die Arbeiten zurück kaufen ließen. Grund ist die umstrittene Vergangenheit des Sammlers Emil Georg Bührle, aus dessen Fundus mit Dauerleihgaben im Kunsthaus eine ganze Etage bespielt wird. Bührle war Geschäftsführer der Rüstungsfirma Oerlikon. Zwischen 1941 und 1944 war die deutsche Wehrmacht Hauptkunde dieser Firma und orderte jährlich Waffen im Wert zwischen 120 und 180 Mill. Franken. Die Süddeutsche Zeitung schrieb, mit der Präsentation seiner Sammlung käme „eine dunkle Geschichte von Verfolgung, Zwangsarbeit, Zwangsverkäufen, Enteignung und Kriegsprofitmacherei auf die Museumsbühne“. Von 93 Kunstwerken, die der Waffenproduzent in den Kriegsjahren 1941-45 kaufte, wurden später 13 als „Raubkunst“ eingeordnet. Die ersten 16 Bilder soll er in Paris während der deutschen Besatzungszeit gekauft haben. In den 1950er Jahren stiftete Bührle dem Kunsthaus Zürich 2 Mill. Franken für einen Erweiterungsbau. Dazu sagt Miriam Cahn: „Das wird ungeheuer peinlich, wenn reiche Leute wie Bührle oder Flick glauben, dass sie sich freikaufen, wenn sie eine gute Sammlung moderner oder zeitgenössischer Kunst zusammenkaufen“.

Dazu in Band 244 erschienen:

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