Moskau: Post-Sowjet-Konferenz

15. November 2019 · Aktionen & Projekte

„Post-What? Neo-How? Contemporary Configurations of the Former Soviet Space“ (Post-Was? Neo-wie? Zeitgenössische Konfigurationen des ehemaligen sowjetischen Territoriums) lautet der Titel einer Konferenz, die am 22. und 23. November 2019 im Moskauer Garage Museum für zeitgenössische Kunst (Gorky Park,9/32 Krymsky Val St.) abgehalten wird. „Parade der Souveränitäten“ nennt man in Russland die Ereignisse zwischen 1988, als der Oberste Sowjet Estlands „die Oberhoheit der estnischen Gesetze und staatlichen Behörden“ für sich reklamierte, und der Auflösung der Sowjetunion Ende 1991. 1989 folgten Litauen, Lettland und Aserbeidschan dem estnischen Beispiel und erklärten ebenfalls ihre Souveränität, 1990/91 dann auch die anderen Sowjetrepubliken. Am 1. Dezember 1991 hattren 13 von 15 Unionsrepubliken ihre Unabhängigkeit erklärt. „Im Zuge dieser Entwicklungen entstanden DIY- und Künstlerinitiativen, der Aufbau von Institutionen für zeitgenössische Kunst und die Legitimation nicht offizieller Kunstpraktiken auf öffentlicher und staatlicher Ebene. Zum ersten Mal versuchte die ehemals sowjetische Kultursphäre, sich in den internationalen Kunstkontext zu integrieren, begleitet von intellektueller Arbeit, die nationale Identität, ‚glokale‘ und postkoloniale Paradigmen theoretisiert“, heißt es in der Ankündigung zu der Konferenz. Der Begriff „Postsowjetisch“ für die Zeit unmittelbar nach dem Zusammenbruch sei aber heute nicht mehr relevant, jedoch: „Das neue Verständnis der kulturellen Gemeinschaft, das zwischen den ehemaligen Sowjetrepubliken – trotz politischer Konflikte, postkolonialer Traumata und nationaler Unterschiede – entstanden ist, hat noch keinen Namen gefunden“. Die Konferenz widmet sich u.a. den Fragen: „Wie haben die Soros Foundation und andere NGOs zur Entwicklung lokaler Kunstszenen in der Region beigetragen? Was sind die Herausforderungen im Zusammenhang mit finanzieller Unterstützung, sei es öffentlich und staatlich oder geschäftlich und privat? Wie ist das neue Haus entstanden und was bedeutet „offizielle Vertretung“ heute auf lokaler und internationaler Ebene? Welche Netzwerke, Gewerkschaften und Kooperationen entwickeln sich jenseits der etablierten Grenzen?…“ http://www.garagemca.org

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