Museen: Claudia Roth ruft zum Energiesparen im Kulturbereich auf – www.kunstforum.de

Museen: Claudia Roth ruft zum Energiesparen im Kulturbereich auf

26. Juli 2022 · Kulturpolitik

Kulturstaatsminsterin Claudia Roth hatte zu einem Arbeitsgespräch über Einsparpotenziale an Energie im Kulturbereich ins Bundeskanzleramt eingeladen: „Auch dem Kulturbereich drohen durch steigende Energiepreise und die knappen Gasreserven schmerzhafte Einschnitte.“ Vor einigen Jahren erzählte mir einmal ein Museumsdirektor, das ideale Wetter für einen Museumsbesuch sei ein schwüler Sommertag mit Temperaturen um 30 Grad und Gewitterwolken. Doch wenn Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck uns nun dazu aufruft, bereits im Sommer das Gas einzusparen, das wir im kommenden Sommer dringend benötigen, lässt sich im Museum die Klimaanlage nicht ohne weiteres herunter dimmen: „Es gilt ein Museumsklima zu finden, das größere Breiten und Anpassungen an die Jahreszeiten zulässt, ohne das Sammlungsgut zu schädigen“, lässt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) dazu verlauten. „Dabei sind die Häuser der SPK nur zu einem geringen Teil mit Gas versorgt, ein großer Teil mit Fernwärme und Fernkälte.“ Museen müssten aber auch „in Notzeiten für Menschen offen stehen“, denn sie seien „wichtige soziale Orte“. Dass dennoch möglicherweise einige Museen vorübergehend schließen müssten, will man laut WDR beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe nicht ausschließen. Der Verband geht davon aus, „seine Museen in der kommenden Saison weniger heizen zu können“ und überlegt, „besonders empfindliche Exponate in zentralen Depots zusammen“ zu fassen, „um die einzelnen Museen zu entlasten“. Beim Münchener Museum Brandhorst (Eröffnung 2010) hat man schon beim Bau auf Energieeffizienz geachtet, 2018 jedoch zusätzlich noch einen externen Dienstleister als „Contracting-Partner“ zum Energiemanagement hinzu gezogen, um „Wirtschaftlichkeit und Ökobilanz des Energiemanagementsystems“ zusammen zu führen. „Durch den Contracting-Vertrag soll der Energieverbrauch des Museums in den nächsten 10 Jahren um 34 Prozent gesenkt werden. Für das Kunstmuseum bedeutet das Energiekosteneinsparungen von über 130.000 Euro pro Jahr.“

Dazu in Band 281 erschienen:


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