Performance: Asche Lützerathi (umsorgt von JP Raether) – Cosmosomatic Rauchbilder

Am letzten Tag der Ausstellung „Grund und Boden“ im K 21 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen führt der Künstler JP Raether im Rahmen einer Performace mit einem Reisebus an den Rand des Braunkohletagebaus Hambach, des größten Tagebaus Europas. Dieser Ort andauernder Auseinandersetzungen zwischen der Ausbeutung fossiler Ressourcen und des Widerstands dagegen wird zum Bühnenbild einer fahrenden Lecture Performance über Kohle, Klimawandel, Wärme, Entropie und künstliches Leben.
JP Raether erforscht mit sogenannten „Schwarmwesen“ oder „aLivfeforms“ Alternativen zu kapitalistischen Modellen von Subjekt und Handeln. Er leitet den neu aufgebauten Performance-Studiengang Live Art Forms an der der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.
Das Publikum ist während der Performance via Kopfhörer über die Dauer von vier Stunden mit der Reiseleiter*in verbunden. Diese ist Asche Lützerathi, eins von mehreren sogenannten „künstlichen Wesen“, in die sich JP Raether in Performances verwandelt. Asche Lützerathi ist benannt nach dem geräumten Protestcamp Lützerath am Braunkohletagebau Garzweiler. Fotos und Relikte einer dortigen Performance von Asche Lützerathi sind in „Grund und Boden“ ausgestellt.
Einige dieser Exponate werden zu Beginn der Performance vom Künstler entnommen und auf der Reise mitgeführt. An die Teilnehmer*innen verteilte „Sorgestäbe“ machen diese zu aktiven Mitwirkenden einer Sorgegemeinschaft, die Asche Lützerathi erlaubt, für sechs Stunden in dieser Welt zu erscheinen. In den Worten des Künstlers: „Wir werden ‚negentropisch Beschleunigte‘ und ‚psycho-realistisch Wachträumende‘ – eine durch Sprache erweiterte und veränderte Gruppe. Wir wandeln mit Asche Lützerathi über abgebaggerte Landstraßen, vorbei an Flughafen, Tunnel und Tankstelle, über den frisch sedimentierten Erdwall der Autobahn.“
Die Reise macht den Klimawandel vor der Haustür konkret erfahrbar. Sie führt vom K21 über den Flughafen Düsseldorf und eine Autobahnraststätte ins Rheinische Revier, das sich in naher Zukunft vom Kohlerevier zur Digitalregion mit Serverzentren für Künstliche Intelligenz wandeln soll. „Dort, wo planetare Prozesse in unmittelbare Nähe rücken“, so JP Raether, „wird das Aschene zum Resonanzraum einer gemeinsamen, prekären Zukunft.“
Performance mit Busreise
So, 19.4., 11.30 Uhr
Dauer ca. 4,5 Stunden
Entgelt: 26 € / ermäßigt 19 €
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt
Anmeldung erforderlich hier anmelden
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