Performance-Wochenende zu Ehren Mischa Kuballs im Kölnischen Kunstverein

Anlässlich des Renteneintritts des Künstlers und Professors Mischa Kuball wird am 27. und 28. März 2026 ein dichtes Performance-Wochenende mit Alumni und aktuell Studierenden von Prof. Mischa Kuball im Kölnischen Kunstverein organisiert. Zu Ehren des nach 19 Jahren Lehrtätigkeit an der Kunsthochschule für Medien Köln scheidenden Professors für Public Art versammelt „THE END“ Studierende des Seminars „urban stage“ und Alumni, die zeitbasierte Arbeiten zeigen. Neben Performances und Videos werden auch Malerei, Fotografie, Skulptur, VR- und Klangarbeiten präsentiert, in die performative Elemente oder Gesten eingeschrieben sind.
Das dichte Wochenende wird den Krisen der letzten Zeit mit 30 künstlerischen Arbeiten aus knapp 20 Jahren thematisch nachgehen. Dabei wird die Brüchigkeit der Wahrnehmung von Gegenwart mit verschiedenen künstlerischen Strategien, wie zum Beispiel der Wiederholung und der Geste, gespiegelt. Auch dystopische Analysen finden ihren Ausdruck, Grenzzustände werden performativ ausagiert oder dem Unsagbaren eine Stimme verliehen. Gezeigt werden die Arbeiten im Riphahnsaal und einigen Zwischenräumen des Kunstvereins sowie im Kino und auf dem Apostelnklosterplatz.
Da das Wochenende nicht in einer linearen Abfolge strukturiert ist, sondern sich die Performances überlagern, einander ablösen oder sich sogar unterbrechen, muss das Publikum sich seinen eigenen Weg suchen und auch entscheiden, was es eventuell verpassen könnte, um sich im Loslassen zu üben.
Mischa Kuball führt zu seinem Konzept aus: „In THE E N D soll der Versuch unternommen werden, eine Annäherung zu ermöglichen an die Frage, die mit Hegels Verständnis und seinem eigenen Denken über das Ende koalieren könnte. Künstlerische Lehre ist auch immer Ausdruck von unbekanntem Terrain, das beide – Studierende und Lehrende – gemeinsam betreten. In dieser Ambivalenz formuliert sich eine konstitutive Konzeption, die nur entsteht, wenn beide bereit sind, mit einem Bein in der Luft zu bleiben – nur die Unsicherheit erzeugt Neugierde in eine unbestimmte Gegenwart, aus der sich eine noch viel unbestimmtere Zukunft bilden könnte. Hegels Verständnis seines eigenen Denkens als ‚Ende‘ der Geschichte der Philosophie zu verstehen, zeigt zunächst, wie Hegel seine Philosophie verstanden hat. Es geht um die wesentliche, aber hochkomplexe Bedeutung des hier in Frage stehenden Begriffs ‚Ende‘.“
Das Kunst-Wochenende findet Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 21:30 Uhr statt, wobei die Videoarbeiten von Jens Pecho, Noa Gur, Finn Wagner und Cătălina Bucos & Ada Kopaz durchgängig zu sehen sind und an zwei Kino-Abenden die Filme von Alexander Basile, Viktor Brim & Emerson Culurgioni und Miri Ian Gossing & Lina Sieckmann in Kollaboration mit dem Filmclub 318 gezeigt werden.
Im Riphahnsaal werden Skulpturen, Bilder und Videoarbeiten von Finn Wagner, Alwin Lay, Charlotte Triebus, Jonas Monka, Johannes Bendzulla, Alexandra Nikitina, Christoph Kilian, Pauline M‘barek und Jens Pecho gezeigt, während das Performance-Programm Arbeiten von Ale Bachlechner, Friedrich Boell, Cloudi, Vera Drebusch & Florian Egermann, Mathilde Hawkins & Max Mauro Schmid, Jan Hoeft, Cătălina Bucos & Karen Fritz, Dabin Kim, Stefanie Klingemann, Ella Kühn, Alysha Lahner, Constantin Leonhard, Johanna Schütt & Tanja Saban, Søren Siebel, Mila Stoytcheva, Evamaria Schaller, The Blind Queen of Anger sowie Interventionen am Gebäude von The Time Teller zeigt.
Dieses Abschluss-Event der Lehrtätigkeit von Prof. Mischa Kuball an der Kunsthochschule für Medien Köln im Kölnischen Kunstverein ist generationsübergreifend angelegt, wobei die Auswahl der Künstler*innen auf Einladung von Mischa Kuball in enger Kooperation mit Valérie Knoll, der Direktorin des Kölnischen Kunstvereins, erfolgte. Kuratiert wird das Performance-Wochenende von den „urban stage“-Absolventinnen Maja Funke und Helin Korkmaz.
Die Kuratorinnen führen zu dem geplanten Programm aus: „Es entsteht ein Gespräch über geteilte Dringlichkeiten und unterschiedliche Strategien, mit ihnen umzugehen. Und so ist das Thema des Endes für uns auch mehr als ein Verweis auf den Abschluss von ‚urban stage‘. Wir erleben eine Zeit, in der Enden sich häufen und sich gleichzeitig nicht mehr als klare Zäsuren lesen lassen. Das Ende fossiler Ressourcen, das Ende vertrauter politischer Ordnungen, das Ende eines Körpers, einer Beziehung, einer Gewissheit: All das geschieht nicht punktuell, sondern als schleichender, oft widersprüchlicher Prozess. Gerade deshalb interessiert uns das Ende als kuratorischer Rahmen. Es zwingt dazu, Haltungen sichtbar zu machen: Wer trauert? Wer lacht? Wer kämpft weiter, und wofür? Die Arbeiten in THE E N D geben darauf sehr unterschiedliche Antworten; manche wütend, manche zärtlich, manche absurd. Was sie verbindet, ist die Weigerung, das Ende als Stillstand zu akzeptieren.“
THE E N D
(It‘s About New Beginnings.)
27. & 28. März 2026, je 14:00 –21:30 Uhr
Kölnischer Kunstverein
Hahnenstraße 6
50667 Köln
Dazu in Band 295 erschienen:
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