Riga: RIBOCA-Biennale erneut abgesagt

12. Juli 2023 · Biennalen
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Eigentlich sollten René Block und das dänische Kollektiv „Superflex“ der RIBOCA 3 – Biennale in Riga ein internationales kuratorisches Profil verleihen. Doch die Veranstaltung war schon im vergangenen Jahr wegen des Ukraine-Kriegs verschoben worden und sollte dann eigentlich im Sommer 2023 stattfinden, wurde aber nach Protesten aus der Kunstszene nunmehr erneut abgesagt.

Die erste Absage 2022 wurde wegen finanzieller Verbindungen mit Russland storniert. Die Biennale-Gründerin Agniya Mirgorodskaya ist die Tochter eines russischen Unternehmers. Für die geplante Ausgabe 2023 erklärte Mirgorodskaya, finanzielle Unterstützung käme nun vom ihrem Ehemann, einem US-amerikanischen Immobilienunternehmer. Obwohl Mirgorodskaya den Ukraine-Krieg verurteilt, verstummten die Proteste nicht; manche der 60 eingeladenen Künstlerinnen und Künstler zogen unlängst ihre Teilnahme zurück und erzwangen so eine erneute Absage. Die Erinnerungen an die Zeit, als Lettland eine Sowjetrepublik war, was ein großer Teil der Bevölkerung als russische Besatzung empfand, sind durch Erzählungen auch noch in der jüngeren Generation präsent, obwohl sie die Sowjetzeit selber nicht bewusst oder nur als Kind erlebt hat. Mit der Auflösung der Sowjetunion wurde Lettland 1991 unabhängig; das Land ist mittlerweile Mitglied der EU und der NATO. Aber durch den Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, fühlt man sich auch in Lettland bedroht: Im August 2021 veröffentlichte Wladimir Putin einen Essay, in welchem er sich auf Zar Peter I. beruft, der seinem Reich durch den Nordischen Krieg 1700-1721 die Vorherrschaft im Ostseeraum gesichert hatte. So ist es in der derzeitigen Stimmung undenkbar, dass in Riga im Biennale-Vorstand Personen lettischer, litauischer und russischer Herkunft gedeihlich zusammen arbeiten können. www.rigabiennial.com

Dazu in Band 271 erschienen:

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