Rom: Kulturministerium distanziert sich von Biennale-Leitung über Russland-Teilnahme

17. März 2026 · Biennalen
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Nach öffentlichen Diskussionen über die geplante Teilnahme Russlands an der diesjährigen Venedig-Biennale distanzierte sich der italienische Kulturminister Alessandro Giuli von der Biennale-Leitung und forderte die Stiftung auf, ihm die Korrespondenz mit den russischen Behörden bezüglich der Teilnahme an dem Kunst-Großevent offenzulegen. Giuli möchte zudem Erklärungen zur Vereinbarkeit der Bespielung des russischen Pavillons mit bestehenden Sanktionen. Hierbei folgt er auch Forderungen verschiedener EU-Politiker*innen, die die Streichung von EU-Fördergeldern bei der Teilnahme Russlands androhen.

Russland möchte seit dem Krieg in der Ukraine 2022 erstmals wieder selbst an der Kunst-Biennale in Venedig teilnehmen, was die Biennale-Stiftung billigt. Doch diese Entscheidung ist umstritten und insbesondere die Ukraine fordert einen Ausschluss Russlands von dem Großevent. Inzwischen appellierten 22 Regierungsvertreter*innen europäischer Länder an die Biennale-Stiftung, ihre Entscheidung zu überdenken. Bislang schloss sich Italien, auf dessen Grund und Boden die Biennale stattfindet, nicht dazu.

Doch nun kritisiert auch Kulturminister Giuli das Vorgehen und forderte Tamara Gregoretti als Vertreterin des Verwaltungsrats der Biennale auf, ihr Mandat aufgrund mangelnden Vertrauens niederzulegen, da sie ihn über die Zulassung Russlands zur Biennale nicht rechtzeitig informiert habe. Gregoretti gab bekannt, dass sie nicht zurücktreten wolle. Die Biennale-Stiftung ist an sich unabhängig von der römischen Regierung, doch diese wolle nun prüfen, ob Russlands Teilnahme an der Venedig-Biennale mit den Verpflichtungen aus dem geltenden Sanktionsregime vereinbar sei.

Dazu in Band 282 erschienen:

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