Rücktritt von Adrian Searle als Chef-Kunstkritiker des Guardian
Nachdem er fast drei Jahrzehnte lang die Kunstrezeption in Großbritannien entscheidend mit geprägt hat, tritt Adrian Searle als Chef-Kunstkritiker des Guardian zurück. Auf eigenem Wunsch beendet er seine Vollzeitstelle, um mit weniger Druck schreiben zu können. Er wird aber gelegentlich weiter Beiträge verfassen, wie er mitteilt.
Seine Art über Kunst zu schreiben, wird zum Ende seiner Amtszeit Ende März von Kolleg*innen und der Kunstwelt gewürdigt. So heißt es, dass er die besondere Gabe besitzt, selbst komplizierte konzeptuelle Werke in etwas Greifbares zu übersetzen, ohne sie dabei zu verflachen. Zugleich sparte er nicht mit Kritik, wenn nötig.
Bevor Searle 1996 zum Guardian kam, war er Maler, womit oftmals seine besondere Sensibilität für Materialien und Prozesse der Kunstproduktion erklärt wird. Adrian Searle begleitete insbesondere die Entstehung der Young British Artists und förderte Künstler*innen wie Steve McQueen, Gillian Wearing und Chris Ofili. Die Ausmaße seines Einflusses zeigen sich auch in den Jurys, dessen Teil Adrian Searle war, wie beispielsweise 2004 beim Turner-Preis. Zukünftig wird Jonathan Jones gemeinsam mit regelmäßigen Kritiker*innen wie Charlotte Jansen, Eddy Frankel, Chloë Ashby und bald auch Ben Eastham weiter über wichtige Kunstereignisse im Guardian berichten.
Dazu in Band 221 erschienen: