São Paulo Biennale

11. November 2016 · Biennalen
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Der Industrielle Ciccillo Matarazzo (1898-1977) rief die São Paulo-Biennale 1951 ins Leben; sie ist damit nach der Biennale von Venedig die zweitälteste Biennale der Welt (10. Sept. bis 12. Dez. 2016). Das kuratorische Konzept stet unter dem Leitmotiv „Incerteza viva“ (Unsicheres Leben) – organisatorisch folgt es dem gleichen Konzept, wie es in Venedig praktiziert wird, wo neben einer zentralen Ausstellung Länderkuratoren das Programm gestalten. Hauptkurator ist Jochen Volz. Unsicherheit herrscht derzeit in Brasilien allenthalben, denn mit ihrer Verwicklung in Korruptionsvorwürfe und in ein Amtsenthebungsverfahren sorgte die Präsidentin Dilma Rousseff für eine Regierungskrise, und die Infrastrukturmaßnahmen zur Fußballweltmeisterschaft 2014 und zu den Olympischen Spielen 1016 in Rio de Janeiro konnten die schwerwiegenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes nicht abmildern – vom Bau neuer Sportstadien hatten und haben die Bewohner der Favelas nichts. Ähnliches ließe sich wohl ebenso über die aktuelle Kunstbiennale sagen, denn bereits der vorherigen São Paulo-Biennale 2914 hatte die deutschen Wochenzeitschrift „Der Freitag“ bescheinigt, eine „elitäre Veranstaltung“ zu sein. Wenn die von Jochen Volz eingeladenen Künstler mithin zum Motto „Incerteza viva“ Ordnungssysteme erforschen und den Auswirkungen von Chaos und Unsicherheit nachgehen, bietet dazu nicht nur die Situation im Land, sondern ebenso die gesamte derzeitige weltpolitische Lage reichliche Möglichkeiten der Anschauung. www.bienal.org.

Dazu in Band 243 erschienen:

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