Ukraine: Staudamm-Zerstörung ruiniert auch Kulturstätten

9. Juni 2023 · Kulturpolitik
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„Die Flutwelle könnte nach Angaben einer ukrainischen Nichtregierungsorganisation… fast 100 Städte und Dörfer unter Wasser setzen“. Zehntausende in der Ukraine sind nach der Zerstörung des Kakhovka-Staudamms am 6. Juni 2023 von Hochwasser vor allem in der Region Cherson bedroht, berichtete der WDR.

Wie dpa meldet, haben die Überflutungen auch zahlreiche Kulturstätten beschädigt oder sogar völlig ruiniert. Das ukrainische Kulturministerium veröffentlichte eine Liste mit 20 gefährdeten Objekten. „Den Angaben des Ministeriums zufolge gehören zu den gefährdeten Objekten unter anderem die im 14. Jahrhundert gegründete Festung Tjahyn oder die sogenannte Ponjatiwske-Siedlung der Eisenzeit (4. Jahrhundert v. Chr.). Über Schäden in den Museen in Cherson sei nichts bekannt“, schreibt dpa. Allerdings gibt es Berichte, russische Soldaten hätten im vergangenen Jahr das Kunstmuseum von Cherson geplündert und bei ihrem Rückzug Kunstgegenstände in Lastwagen abtransportiert. Die Regierungen von Russland und der Ukraine beschuldigen sich gegenseitig, die Staudamm-Katastrophe herbei geführt zu haben, doch westliche Militärexperten verdächtigen eher das russische Militär, sich durch eine vorsätzliche Zerstörung des Staudamms einen taktischen Vorteil verschaffen zu wollen, um durch eine Wasser-Barriere eine ukrainische Gegenoffensive zu verhindern. Bereits die Haager Landkriegsordnung von 1899 verpflichtet allerdings Kriegsparteien zur Verschonung ziviler Objekte; und die Haager Konvention von 1954 bezieht sich ergänzend dazu ausdrücklich auf den Schutz von Kulturgütern. EU-Ratspräsident Charles Michel bewertet daher die „Zerstörung ziviler Infrastruktur… eindeutig als Kriegsverbrechen“.

Dazu in Band 281 erschienen:

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