Hendrik Folkert und Maja Wismer ans Kunsthaus Zürich berufen

Die Direktorin Ann Demeester verstärkt das Kunsthaus Zürich mit den Kurator*innen Hendrik Folkert und Maja Wismer. Gemeinsam mit dem weiteren Team möchte sie die kuratorische Ausrichtung des Hauses weiterentwickeln und neu prägen. Hierfür wurde die Position des Chief Curator of Programme neu geschaffen, die der Kurator Hendrik Folkerts ab dem 1. Februar 2026 übernehmen wird. Auch die Stelle der Leitung Sammlung und Forschung wurde neu definiert, die Maja Wismer bereits seit Juli 2025 innehat. Mit dieser neuen Führungsstruktur möchte das Kunsthaus sein Engagement für wegweisende Ausstellungen, kritisch reflektierte Programme und forschungsorientierte Projekte bekräftigen.
Ann Demeester betont die internationalen Perspektiven und eigenen Handschriften ihrer neuen Mitarbeiter*innen: „Unsere neuen Kolleginnen und Kollegen bringen nicht nur internationale Erfahrung mit, sondern auch frische Perspektiven, originelle Ideen und eine feine kuratorische Handschrift. Gemeinsam verfolgen wir die Vision eines panoramischen Museums: transhistorisch in der Ausrichtung, Brücken schlagend zwischen Klassischem und Innovativem, das Kunst in all ihren Formen – von der ästhetischen bis zur konzeptuellen – einem neugierigen Publikum nahebringt.“
Hendrik Folkert arbeitete zuvor als Kurator des Moderna Museet in Stockholm, des Art Institute of Chicago, der documenta 14 und des Stedelijk Museum Amsterdam. Am Moderna Museet realisierte er unter anderem Ausstellungen mit Mike Kelley, Vaginal Davis, Rashid Johnson und Katalin Ladik. Am Art Institute of Chicago kuratierte Folkerts unter anderem die Ausstellung „Anne Imhof: Sex“ (2019) mit der Tate Modern und Castello di Rivoli, sowie das Performance-Programm „Iterations“ (2019–2022). Sowohl in Chicago als auch in Stockholm initiierte er Ankäufe und entwickelte Sammlungspräsentationen, die zeitgenössische Dialoge in Kunst und Gesellschaft widerspiegelten. Neben seiner kuratorischen Tätigkeit ist Folkerts als Autor und Herausgeber tätig und hat Publikationen über Every Ocean Hughes, Vaginal Davis, Ulrike Rosenbach, Rashid Johnson, Katalin Ladik, Alexandra Bachzetsis und Igshaan Adams herausgegeben.
Maja Wismer leitete von Oktober 2020 bis Mai 2025 die Abteilung Kunst nach 1960 und Gegenwartskunst am Kunstmuseum Basel. Sie kuratierte unter anderem Ausstellungen von Andrea Büttner (2023) und Carrie Mae Weems (2023) und war verantwortlich für die gemeinschaftlich mit Senam Okudzeto, Claudia Müller und Alice Wilke erarbeitete Gruppenausstellung „Fun Feminism“ (2022). Sie verantwortete zudem Ankäufe und entwickelte neue Präsentationen der Kunstsammlungen des Hauses nach 1945.
Zuvor arbeitete Maja Wismer an Projekten am Kunsthaus Glarus, der Pinakothek der Moderne in München und der Liste Art Fair Basel. Wismer schrieb eine Dissertation über den Übergang von Beuys’ Multiples von ephemeren Objekten zu Museumsbeständen. Sie ist Herausgeberin und Autorin diverser Publikationen.
Die beiden neu berufenen Kurator*innen erklären: „Das Kunsthaus Zürich ist ein kulturelles Juwel der Schweiz, das immer wieder Aufmerksamkeit, aber auch kritische Auseinandersetzung hervorruft. Die Ausstellungsgeschichte des Hauses war uns stets Inspiration und Ansporn, die Sammlung bietet eine einzigartige Bühne, um die Fragen unserer Zeit zu reflektieren und im Dialog mit der Vergangenheit neu zu verorten. Wir wollen Verantwortung für Programm und Sammlung übernehmen – materiell wie konzeptionell – und sie lebendig, vielfältig und im Austausch mit der internationalen Kunstwelt präsentieren und weiterentwickeln. Diese Aufgabe ist nicht nur Verantwortung, sondern auch große Chance und Privileg.“