Kunstakademie Düsseldorf: Kanzlerin hört auf
Johanna Boeck-Heuwinkel gibt ihr Amt als Kanzlerin der Düsseldorfer Kunstakademie vorzeitig auf. Ihr Rücktritt ist bereits länger geplant und steht nicht in Zusammenhang mit den Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Kunstakademie nach der Einladung der Künstlerin Basma al-Sharif.
Boeck-Heuwinkels Vertrag läuft noch bis April 2027, doch es heißt, sie werde bereits für „Anfang 2027 als gewählte neue Kanzlerin an der Musikhochschule Detmold angekündigt“, wie die Rheinische Post in ihrer Online-Ausgabe meldete. Wann genau ihr Amtswechsel stattfinden wird, sei noch offen. Im Gespräch mit der Rheinischen Post betont die Kanzlerin außerdem, dass die Einladung der Künstlerin Basma al-Sharif durch Studierende, die die Rektorin der Kunstakademie Donatella Fioretti trotz Protesten der jüdischen Gemeinde gestattete, nichts mit ihrem Rücktritt zu tun habe.
In die Vorgänge um die Veranstaltung mit al-Sharif sei die Kanzlerin als Verwaltungschefin dennoch „involviert“ gewesen. „Zu den vordringlichen Aufgaben der Juristin gehörte, ein ausreichendes Sicherheitskonzept zu gewähren und außerdem die Rektorin rechtlich zu beraten. Sie habe einen Medienrechtler hinzugezogen, sagt Boeck-Heuwinkel.“ Außerdem betonte sie im Gespräch, dass Kunsthochschulen mit ihrem „Postulat der Freiheit der Kunst“ eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe einnähmen. Die Öffentlichkeit habe nun ein Recht darauf, dass die Akademie sich als eine staatlich finanzierte Hochschule einer transparente Diskussion stelle.
Dazu in Band 274 erschienen: