Kunstwelt kommentiert Sturm auf US-Kapitol

7. Januar 2021 · Nachrichten
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Weltweit werden die Ausschreitungen diskutiert, die am vergangenen Mittwoch in Washington stattfanden. Der von Trump-AnhängerInnen verübte Angriff auf die Demokratie wird zahlreich von vielen KünstlerInnen wie Marilyn Minter und Glenn Ligon auf Social Media verurteilt – ebenso wie der Einsatz von Sicherheitskräften im Vergleich zum Polizeiaufgebot mit den „Black Lives Matter“-Protesten im vergangenen Jahr. Auf Instagram kommentierte Ai Weiwei das Geschehen mit „reality show“, während Klaus Biesenbach mit „COMMENTS PLEASE“ seine Follower dazu aufruft, an der Diskussion teilzunehmen. Doch wie war diese Eskalation überhaupt möglich? Angela Merkel gibt dem abgewählten US-Präsidenten Donald Trump Mitschuld am Sturm von Extremisten auf den Kongress, der auf Twitter seine Sympathie für die AngreiferInnen bekundete: „Wir lieben Euch. Ihr seid sehr besonders“. Die verstörenden Bilder hätten sie „wütend und auch traurig gemacht“, sagte Merkel am Donnerstag bei der Klausur der CSU-Landesgruppe in Berlin. „Ich bedauere sehr, dass Präsident Trump seine Niederlage seit November nicht eingestanden hat und auch gestern wieder nicht. Zweifel am Wahlausgang wurden geschürt.“ Das habe die Atmosphäre dafür bereitet, dass die Ereignisse der Nacht möglich geworden seien. „Eine Grundregel der Demokratie ist: Nach Wahlen gibt es Gewinner und Verlierer“, sagte Merkel. „Beide haben ihre Rolle mit Anstand und Verantwortungsbewusstsein zu spielen, damit die Demokratie selbst Sieger bleibt.“ Auch Twitter und Facebook handelten und sperrten den scheidenden US-Präsidenten für zwei Wochen beziehungsweise mindestens bis zur Machtübergabe an Nachfolger Joe Biden, nachdem Trump am Mittwoch mit Beiträgen gegen die Regeln des Online-Netzwerkes verstoßen hatte. „Wir glauben, dass die Gefahr, dem Präsidenten weiterhin unsere Dienste zu erlauben, in dieser Periode einfach zu groß ist“, so Mark Zuckerberg in einem offiziellen Statement.

Dazu in Band 205 erschienen:

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