Saodat Ismailova erhält erste Moving Image Commission 2025

15. Dezember 2025 · Preise

Die Han Nefkens Foundation vergibt zum ersten Mal die Moving Image Commission 2025 zusammen mit dem Museo Reina Sofía in Madrid, dem Singapore Art Museum in Singapur und dem Walker Art Center in Minneapolis. Als erste Preisträgerin dieser neuen Ehrung wurde die 1981 in Usbekistan geborene Künstlerin Saodat Ismailova von einer internationalen Jury ausgewählt.

Ismailovas Vorschlag für einen neuen Film, der sich mit Dynamiken zwischen der Emanzipation der Frau und der Ideologie in der Sowjetzeit befasst, wurde lobend ausgezeichnet und kann nun mit einer Förderung in Höhe von 100.000 US-Dollar inklusive Künstlerinnenhonorar produziert werden. Uraufführung des neuen Werkes wird dann in allen drei Partnerinstitutionen sein. Zudem wird die Arbeit in die Sammlungen des Museo Reina Sofía, des Singapore Art Museum und des Walker Art Center aufgenommen.

Die Jury der Moving Image Commission 2025 wurde von dem Stifter Han Nefkens geleitet und beinhaltete die Jurymitglieder Amanda de la Garza, Julia Morandeira, Henriette Huldisch, Pablo de Ocampo, Shabbir Hussain Mustafa, Ong Puay Khim, Amy Cheng und Haeju Kim.

Die Jury begründete ihre Wahl der Preisträgerin folgendermaßen: „Für die erste Ausgabe der Han Nefkens Foundation, des Museo Reina Sofía, des Singapore Art Museum und der Walker Art Moving Image Commission haben wir Saodat Ismailova ausgewählt, weil ihr Vorschlag eine zeitgemäße und poetische Auseinandersetzung mit der komplexen Dynamik zwischen der Emanzipation der Frau und der Ideologie in der Sowjetzeit darstellt. Das Projekt kombiniert Archivforschung, eine Film-im-Film-Struktur und das Zusammenspiel von Bewegung und Ton und zielt darauf ab, die Spannung zwischen Ideologie und individueller Freiheit zu untersuchen, in der die Erinnerung sich der historischen Auslöschung widersetzt. Das Werk knüpft an das langjährige Engagement der Künstlerin für den Körper, die Geschichte und das kulturelle Erbe von Frauen an und versucht, den Körper als Ort der Verhandlung zwischen Befreiung und Kontrolle zu beleuchten.“

Zur Beauftragung dieses neuen Werkes erklärt die Künstlerin Saodat Ismailova: „Mein Interesse gilt Erzählungen, die durch die Zeit neu geformt wurden – den Märtyrern und ausgelöschten Figuren, deren Präsenz zwischen Mythos und Geschichte schwankt. Mit dieser Arbeit möchte ich die fragile Schnittstelle zwischen Emanzipation und Ideologie untersuchen, an der der Körper einer Frau sowohl zur Bühne als auch zum Schlachtfeld wird. In dieser Spannung widersteht die Erinnerung dem Vergessen und gewinnt ihre Stimme zurück. Die Unterstützung der Han Nefkens Foundation ist ein weiterer wichtiger Schritt in meiner Arbeit – nicht nur wegen ihrer Großzügigkeit, sondern auch wegen des Vertrauens, der Zeit und des kuratorischen Dialogs, den sie mir bietet. Ich bin der Stiftung und ihren Partnern zutiefst dankbar, dass sie mich bei diesem Prozess begleiten.“

Neben Preisträgerin Saodat Ismailova waren die übrigen Finalist*innen die dänische Künstlerin Jane Jin Kaisen sowie die spanische Künstlerin Mar Reykjavik.

Dazu in Band 283 erschienen:


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