Uni Tübingen gibt Māori-Kunstwerk an Neuseeland zurück
Der britische Seefahrer James Cook brachte vor mehr als 250 Jahren das Ahnenbild „Pou der Hinematioro“ der neuseeländischen Māori nach Europa. Das geraubte Kunstwerk wurde erst nach London gebracht und landete später dann in der Ethnologischen Sammlung der Universität Tübingen. Auf dem Ahnenbild abgebildet ist die charismatische Herrscherin Hinematioro.
Die Arbeit misst etwa einen Meter mal 33 Zentimeter und wurde aus rötlichem Tatara-Holz geschnitzt. Die Figur ist gerahmt von kunstvollen Ornamenten. Die Universitätsleitung wird das Kunstwerk im März diesen Jahres an die Māori-Gemeinschaft Te Aitanga-a-Hauiti zurückgeben. Victor Walker, Sprecher der Māori-Gemeinschaft Te Aitanga-a-Hauiti, führt die besondere Bedeutung der Arbeit für seine Gemeinschaft aus: „Das Pou repräsentiert unsere Herrscherin Hinematioro und die Reihe ihrer Ahnen bis zum Beginn unserer Zeit als Gemeinschaft. Wenn wir es berühren oder in seiner Nähe sind, spüren wir den Atem und die Präsenz unserer Ahnen und fühlen uns lebendig.“
Daher war bereits im Jahr 2008 eine Delegation der Te Aitanga-a-Hauiti nach Tübingen gereist, um das Ahnenbild zu besuchen und in Ehren zu halten. Momentan wird die Arbeit in einer Ausstellung auf Schloss Hohentübingen gezeigt. Nachdem Neuseeland 2024 ein formales Restitutionsbegehren für das Kunstwerk gestellt hat, soll es nun zurückkehren.