Wien: Aufarbeitung der NS-Geschichte in Heidi Horten Collection
Unter der Leitung der neuen Direktorin Verena Kaspar-Eisert beginnt die in Wien ansässige Heidi Horten Collection eine gründlichere Aufarbeitung ihrer Vergangenheit und der mit dem Vermögen Helmut Hortens verbundenen historischen Verantwortung. Die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit auch im Sinne von Provenienzforschung ist dabei ein Teil einer Neuausrichtung der Institution nach dem Direktorenwechsel.
Denn Helmut Horten übernahm während der NS-Zeit unter anderem Warenhäuser aus jüdischem Vorbesitz und beteiligte sich an Unternehmen in der Rüstungsindustrie. Momentan beschäftigen sich die Sammlungsleiterin Alena Volk und ein Team externer Forscher*innen mit der Provenienz von rund 90 Kunstwerken aus der Sammlung. Mit dieser Linie soll nach dem Tod von Heidi Horten mehr Transparenz in der Institutionsgeschichte aufscheinen.
Doch der offensivere Umgang mit der Geschichte der Sammlung und des dafür eingesetzten Vermögens sind nur ein Teil einer größeren Öffnungsstrategie und Verjüngung der Heidi Horten Collection. Weiterhin soll das Angebot von Vermittlungsformaten ausgebaut werden und mehr weibliche Positionen im Programm sichtbar werden.
Dazu in Band 301 erschienen: