Timm Ulrichs
Mona Lisa, 2x klingeln
Nicht nur im Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg (24.9. – 3.12.78) und dem Württembergischen Kunstverein (15.12.78 – 15.1.79) fand der Mona-Lisa-Kult in einer großen Ausstellung eine Sammelstätte – überall in der Welt wird dem berühmtesten Gemälde eifrig, anscheinend ohne Überdruß, gehuldigt: so zeigt z.B. das Portland Art Museum, Oregon (6.3. – 15.4.) in seiner Ausstellung ‚Art About Art‘ ebenfalls mehrere Mona-Lisa-Bilder.
Timm Ulrichs hat in über 10 Jahren mehrere Tausend Bild-, Text- und Tondokumente zum Rummel um das berühmteste Bild zusammengetragen, die den Veranstaltern der Ausstellung ‚Mona Lisa im 20. Jahrhundert‘ in Duisburg und Stuttgart bei der Vorbereitung zur Verfügung standen und ein Teil aus dem Trivialbereich war dort ausgestellt. Die folgende Dokumentation war ursprünglich als Teil 2 des in Band 11 (1974) begonnenen ‚Sachwörterlexikons zur Kunst‘, im Anschluß an das Stichwort ‚Regenbogen‘ vorgesehen, doch die ständig neu hereinbrechende Flut weiterer Dokumente zwang immer wieder zum Aufschub. Erst der aktuelle Anlaß der Duisburger Ausstellung legte es dem Autor nahe, einen künstlichen Schnitt und für sich das Thema in einer ‚großen Materialschlacht ein für alle Mal fertig zu machen‘. Besonderer Schwerpunkt ist dabei der in Duisburg stark vernachlässigte Trivialbereich.
Ideen brauchen Verkörperungen, Darsteller, „Helden“, um lebens- und wirklichkeitsnahe Anschaulichkeit zu gewinnen; und Inbegriff, Sinnbild, „Inkarnation“ für den Begriff „Kunst“ ist, das weiß alle Welt, Leonardo da Vincis „Mona Lisa“. Aber wie jeder Mythos ist auch dieser letztlich lebensfeindlich: er kann nur glänzen in Abwesenheit, durch Ferne; Nähe schadet nur. Ein…
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