Essay: Architektur · S. 176
Essay: Architektur , 1983

Neues Bauen in den Niederlanden
1920-1960

von Rainer Wick

Fünf Ausstellungen und ein Buch

In einer Zeit, in der sich der Bazillus der sog. Postmoderne selbst in einem Musterland des „modernen“ Bauens wie den Niederlanden auszubreiten beginnt – begleitet von rhetorischem Pathos, das die „Geschichte als Freund“(l) zu beschwören sucht -, haben sich einige der besten niederländischen Museen mit einer gerade ausgelaufenen Folge von fünf Architekturausstellungen unter dem Titel Het Nieuwe Bouwen (Das Neue Bauen) ungewollt zum kritischen Korrektiv einer Architekturauffassung gemacht, die mehr Gefallen an historisierenden Formadaptionen denn an „funktionalen“ Lösungen zu finden scheint. Ungewollt deshalb, weil die ersten Planungen für diese Ausstellungen bereits in einer Zeit stattfanden, als der Begriff „postmodern“ kaum geboren war(2) und die Phänomene, die damit seither allgemein belegt werden, noch Ausnahmewert hatten und nur selten die Gemüter erregten. Damals, 1975, waren in Amsterdam und anderenorts gerade vier Ausstellungen zur niederländischen Architektur der Jahre zwischen 1890 und 1930 gezeigt worden, Ausstellungen, deren sensationeller Publikumserfolg den Gedanken aufkommen ließ, zu einem späteren Zeitpunkt die niederländische Architekturszene der 20er bis 50er Jahre in einer die Problematik vertiefenden und zugleich den zeitlichen Rahmen erweiternden Ausstellungsfolge der Öffentlichkeit vorzustellen. Dies ist inzwischen geschehen, und zwar in folgenden Häusern mit folgenden thematischen Schwerpunkten:

Vorgeschichte,Nederlands Documentatiecentrum voor de Bouwkunst, Amsterdam, 4.12.1982-6.2.1983
De Stijl,Haags Gemeentemuseum, Den Haag, 31.3.1983-17.7.1983
Rotterdam 1920-1960, Museum Boymans-van Beuningen, Rotterdam, 28.11.1982-6.3.1983
Amsterdam 1920-1960, Stedelijk Museum, Amsterdam, 11.3.1983-1.5.1983
CIAM, Rijksmuseum Kröller-Müller, Otterlo, 3.4.1983-29.5.1983

Zu allen fünf Ausstellungen sind zweisprachige Kataloge (niederländisch-englisch) zu je 25,– Gulden erschienen, herausgegeben von der Delft University Press.

Es ist hier nicht…

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