Theaterregisseur Robert „Bob“ Wilson verstorben

1. August 2025 · Personalien
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Der amerikanische Theaterregisseur, Künstler und Lichtdesigner Robert Wilson ist im Alter von 83 Jahren verstorben.

Er starb am 31. Juli 2025 in Water Mill, New York nach „kurzer, schwerer Krankheit“, wie es auf der Website der Robert Wilson Arts Foundation heißt. „Obwohl er seiner Diagnose mit klarem Blick und Entschlossenheit begegnete, fühlte er sich bis zum Schluss dem Weiterarbeiten und Schaffen verpflichtet. Seine Arbeiten für die Bühne, auf Papier, Skulpturen und Videoporträts sowie das Watermill Center werden als Robert Wilsons künstlerisches Vermächtnis fortbestehen“, heißt es dort weiter.

Wilson, unbestritten einer der bedeutendsten Regisseure des zeitgenössischen Theaters, war für seine beeindruckenden Inszenierungen bekannt und galt als Innovator der Regie. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur war Wilson auch Autor, Bühnenbildner, Maler und Lichtdesigner. Das Theater verstand er als Gesamtkunstwerk: „Ich sehe alles als Teil eines Ganzen. Mein primäres Interesse gilt dem Theater, weil es alles umfasst: Architektur, Tanz, Musik, Licht, Malerei und Poesie“, so Wilson im Gespräch mit Heinz-Norbert Jocks für den KUNSTFORUM Band 275.

Ab 1966 machte Wilson in New York mit seinen Theaterperformances auf sich aufmerksam, sein Durchbruch begann mit der 1970 uraufgeführten, siebenstündigen Silent Opera Deafman Glance. Die Uraufführung seiner Oper „Einstein on the Beach“ 1976 machte ihn weltbekannt. 1992 gründete er das Watermill Center, als „Labor für Kunst und Humanismus“ auf der Südspitze von Long Island, wo er jeden Sommer mit einer ständig wechselnden Besetzung von Gastkünstler*innen, Tänzer*innen, Musiker*innen, Wissenschaftler*innen, Schauspieler*innen und Schriftsteller*innen verbrachte. 1993 erhielt er auf der 45. Biennale in Venedig gemeinsam mit Hans Peter Kuhn für die Installation „Memory / Loss“ den Goldenen Löwen. Wilson war Mitglied der American Academy of Arts and Letters sowie der Akademie der Künste und bekam acht Ehrendoktortitel verliehen. Das Land Frankreich verlieh ihm außerdem den Commandeur des Arts et Lettres (2003) und den Officier des Arts et Lettres (2014); Deutschland zeichnete ihn mit dem Bundesverdienstkreuz aus (2014).

Zu seinen jüngsten Inszenierungen gehörten „Dorian“ (2022), nach Motiven von Oscar Wilde und „Moby Dick“ (2024) nach Herman Melville, beide am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Dazu in Band 275 erschienen:

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