Hermann Kern
Buchwerke
zu den Arbeiten von Barbara und Gabriele Schmidt-Heins
Mit diesem Text, den wir mit freundlicher Genehmigung des Verfassers dem umfangreichen Katalog zur Ausstellung im Kunstraum München (2.6.-17.7.76) entnehmen, setzen wir unsere Information über ein spezielles künstlerisches Medium fort, das seit geraumer Zeit zunehmende Beachtung durch Ausstellungen (Zuletzt Galerie St. Stephan, Wien, mit informativer Galeriezeitung zu dieser Ausstellung) findet: Das Künstlerbuch. In Band 15 schon hatten wir in einem Interview innerhalb unserer Serie ‚Das Sammlerporträt‘ den Wiesbadener Künstler-Buch-Sammler Rolf Dittmar vorgestellt und versucht, grundsätzliche Definitionsfragen zu klären.
In der Ausstellung sind 150 Bücher zu sehen. Sonst nichts. Lauter Bücher, DIN A 4 Hochformat, mit 100 Blättern, auf denen 100mal dasselbe passiert: ein erster Hinweis auf dasjenige, womit sich die Zwillinge Barbara und Gabriele Schmidt-Heins seit 1972 beschäftigen. Zunächst einmal sollen die Gemeinsamkeiten festgehalten werden:
Geboren 1949, gemeinsamer Schulbesuch, gemeinsames Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, in den Jahren 1970 – 1974 bei Franz Erhard Walther. Walther, der sich in seinem 1972 veröffentlichten Frühwerk intensiv mit Papier und – u.a. – mit dem Prinzip Buch auseinandersetzte ,1 und der auch während der Arbeit am 1. Werksatz (1963-1969) zwei umfangreiche Bücher aus Stoff herstellte,2 in denen er jeweils eine Summe seiner Bemühungen um das Benutzungs-Prinzip zog, war als Lehrer von richtungsweisender Bedeutung für beide.
Anfangs – seit 1972 – entstanden einige gebundene Papierarbeiten unterschiedlichen Formats und seriellen Charakters, mit einzelnen Seiten, buchähnlich.
Gleichzeitig gab es aber auch schon – als Hauptarbeitsgebiet – den in der Ausstellung vorwiegend und in der vorliegenden Publikation ausschließlich…
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