Eros – Dauerbrenner in der Kunst
Versuch, einige Aspekte in der Gegenwartskunst, näher zu beleuchten
von Annelie Pohlen
Zwischen dem Immergleichen der Erotik und den Erfindungen der erotischen Kunst besteht Wechselwirkung.
Peter Gorsen
Eduard Fuchs, dessen Betrachtungen über das Erotische in der Kunst in der Vergangenheit1 zum Gründlichsten zählt, was zu diesem Thema vorliegt, bemerkte zu folgendem Wort aus dem 16. Jahrhundert – „Wer will das Höchst‘ aus Wollust mache, der krönt ein Schwein in wüster Lache“ -: dies „war nicht nur für die derbsinnliche Zeit des 16. Jahrhunderts eine wohlangebrachte Morallehre, sondern es gilt für jede Zeit und für jedes Volk, und nicht weniger für jedes Einzelindividuum. Dieser Mahnung muß jedoch als nicht weniger wichtige Erkenntnis noch ein zweiter Satz ergänzend hinzugefügt werden: daß jede entgegengesetzte Tendenz, die Wollust als das Verächtlichste anzusehen, ebenfalls zu einem kulturhemmenden Resultat führt, nämlich zur schöpferischen Ohnmacht. Auch dieser Satz gilt für alle Zeiten, für alle Völker und für alle Einzelindividuen.“2
Fuchs schrieb dies zu Zeiten biedersten Wilhelminismus. Doch auch angesichts der Verweigerung jeglicher Bildlichkeit, die Fuchs nicht vorausahnen konnte, sei seine These auf die Kurzformel gebracht: Jede Kunst ist erotisch!3 Da, wie Fuchs eindringlich belegt4, jede kulturelle Äußerung, die wir als schöpferisch zu bezeichnen gewillt sind, dem Trieb der Lebenserzeugung verwandt, ist ein solcher erotischer Grundimpuls nicht zu verkennen.5
Doch selbst bis in die Gegenwart stellt man ein augenscheinliches Übergehen eindeutig erotischer Motive in den kunsttheoretischen Interpretationen fest. Ein zufällig herausgegriffenes Beispiel wie der Text von Karl Hans Müller über die Malerei von Robert Hartmann6 hat symptomatischen…
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