Titel: Erotik in der Kunst heute · von Edi Goetschel · S. 146
Titel: Erotik in der Kunst heute , 1981

Alex Silber

geb. 1950
lebt in Basel

„Meine Worte, die Verlängerung meiner Zunge. Meine Zunge, die Verlängerung meiner Worte“.

Alex Silber beschäftigt sich mit den verschiedenen Wirklichkeitsebenen des medialen (gezeichneten, fotografierten, fotokopierten, mit Video aufgezeichnete) Bildes.

Ein Beispiel dafür ist „Sara und Alex“ (1980). Ein Mann und eine Frau (oder sind es zwei Männer, könnte es gar zweimal dieselbe Person sein?) blicken aufmerksam gespannt auf etwas, das in den Bildern selbst nicht sichtbar ist. Gleichwohl ist der Raum außerhalb der Bildfelder durch eine Struktur von hellen und dunklen Streifen in den Fotos aufgehoben: Offenbar sind die Fensterläden bis auf kleine Schlitze geschlossen. In der Blickrichtung der beiden Personen gibt es demnach eigentlich nichts zu sehen.

Eine Notiz von Alex Silber (zu diesem Bildpaar?): „Erst als ich gesehen habe, daß sie und er aus dem Bild blicken, sah ich, daß ich gesehen haben mußte“. Eine Feststellung von Alex Silber – aber auch die nüchterne Erkenntnis – des Bildbetrachters, der in seiner Erwartungs-Haltung die beiden Bilder absucht, als gälte es die sieben Unterschiede herauszufinden, ohne bewußt zu sehen, was er sieht: das Sehen zu sehen.
Edi Goetschel, „Sechs Künstler aus Basel in der Kunsthalle“, in: tell, Nr. 32, 31.1.1981.

Nur die Nacht kennt den Optimismus.
Hans Müller

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