Frank-Alexander Hettig
Facts and Rumours

Witte de With, Rotterdam, 31.8. – 6.10.1991

Der Titel dieser Ausstellung suggeriert, dass Kunstwerke meistens Tatsachen und Wirklichkeit sind – ihre Auswirkungen jedoch Gerüchte, da sie erst ihre tatsächliche Lage erkämpfen und ihren Einfluss bestätigen müssen. Jedoch sind es meistens erst die Gerüchte, die sich als Tatsachen bewahrheiten und ihre überzeitliche Gültigkeit erzwingen müssen. In dieser Ausstellung werden die Vieldeutigkeit und der Wandel von „Tatsachen“ überzeugend zum Ausdruch gebracht.

Ausstellungsmacher, als Vermittler von Witte de With eingeladen, um unter diesem Titel einen neuen Zusammenhang aus Fragmenten zusammenzustellen, ist der niederländische Künstler Henk Visch.

Auf den ersten Blick kann man schwierig eine deutliche Linie bei diesen unterschiedlichen Künstlernamen entdecken, jedoch stehen in dieser Ausstellung Ikonen des Menschen und seine Erfahrungswelt im Zentrum, die als labil, illusorisch und immateriell dargestellt wird.

Das hermetische Kunstkonzept von Manfred Stumpf zeigt in dieser Ausstellung eine „wirkliche“ Ikone, einen goldumrandeten Computerschirm, der in einem nachgebauten Container auf einem Sockel steht. Die in den Computer eingeprogrammierte Zeichnung, aus Rechtecken als archetypische Form zusammengestellt, zeigt den „Einzug in Jerusalem“ mit den religiösen Attributen von Palmzweig und Esel. Im gleichen Raum hängt ein gemaltes Hochzeitspaar von Anke Doberauer, welches auch ein bestimmtes Symbolsystem schildert. Zusammen mit einem Stilleben von Guillaume Bijl auf einem Piedestal und den als Mobile aufgehängten Karotten des amerikanischen Künstlers Meg Cranston werden in diesem Raum Symbole gezeigt, die eine Realität haben, deren Verwendung und Interpretation aber doch persönlich bleiben.

Wirklichkeit als Empfindungsmannigfaltigkeit, in der es persönliche „Erkenntnis“ und „Wahrheit“ gibt, wobei Denkmodelle als Gerücht, als Irreales,…


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von Frank-Alexander Hettig

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