Titel: Fluxus - ein Nachruf zu Lebzeiten · von Barbara Wien · S. 134
Titel: Fluxus - ein Nachruf zu Lebzeiten , 1991

»spur / zeichen / wort«

Zu einigen unveröffentlichten Texten von Arthur Köpcke

Von Barbara Wien

»das primäre ist also:
(zu) begreifen und
nicht (zu) erleben«1

Vor etwa zwei Jahren begann ich nach unveröffentlichten Texten von Arthur Köpcke zu suchen. Ich hatte keine konkreten Hinweise, was, wieviel und wo unveröffentlicht Geschriebenes von ihm existierte, aber die wenigen gedruckten Texte legten es nahe, daß ein viel umfangreicheres literarisches und theoretisches Werk existieren könnte. Was über die verstreuten Publikationen und den Katalog der Retrospektive „Bilder und Stücke“ von 1988/89 zugänglich geworden war, zeigte ja deutlich: Köpcke war nicht nur bildender Künstler, der u. a. mit den Möglichkeiten und Beziehungen zwischen Text und Bild sowie Text/Bild und Leser arbeitete – er war auch Literat und Theoretiker, der die Aufgaben der Kunst immer wieder umschrieb.2 Mit großer Wahrscheinlichkeit hatte er mehr geschrieben, als er publizieren konnte; die Frage war nur, wenn es diese Texte noch gab, wo würden sie zu finden sein.

Einige Manuskripte, hektographierte Texte, die Köpcke, vielfach variiert, an Freunde zu schicken pflegte, und einen wichtigen, von Köpcke selbst kommentierten Teil seiner Korrespondenz fand ich im Archiv Sohm in der Staatsgalerie Stuttgart. Gerade als ich dort arbeitete, erhielt ich einen neuerschienenen Katalog aus Dänemark mit dem Titel: „Arthur K¢pcke Arkivet. Aarhus Kunstmuseum.“3 Er kam wie gerufen, denn er listete im Anhang ein in diesem Museum befindliches Köpcke-Archiv auf, das neben vielen Dokumenten zur Galerie Köpcke4 auch Gedichte, Manuskripte und Entwürfe zu Prosa, Vorträge und Notizen aller Art enthält, die bis in die 50er Jahre zurückreichen. Birgid Hesselund hatte dieses aus…

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