Ausstellungen: Washington/Los Angeles · von Jutta Schenk-Sorge · S. 317
Ausstellungen: Washington/Los Angeles , 1991

Jutta Schenk-Sorge

Ad Reinhardt

»Retrospektive«

Museum of Modern Art, New York, 30.5. – 2.9.1991

Museum of Contemporary Art, Los Angeles, 13.10.1991 – 5.1.1992

Art is art-as-art and everything else is everything else.“ Liest man diesen apodiktischen Glaubenssatz des militanten Kunst-Puristen Ad Reinhardt, so erscheint der Künstler wie ein Heros aus längst vergangenen Zeiten, als das Glauben an absolute Wahrheiten noch half. Deshalb ist es fast eine Ironie der Geschichte, daß die erste vollständige Retrospektive von Reinhardts Werk erst heute, ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod im Jahre 1967, zustande kommt, also zu Zeiten, da die „unreine“, postmoderne Kunst in schönster Blüte steht. Die Ausstellung selbst entspricht jedoch durchaus Reinhardts methodischem Geist. Auf das Wesentliche konzentriert (nur 90 Werke) und streng gegliedert (die einzelnen Werkphasen jeweils in einem Raum), folgt man dem Weg des Künstlers von den späten dreißiger Jahren bis zu den letzten „schwarzen“ Bildern. Diese „ultimate paintings“ bilden auch hier den Höhepunkt der Schau. Schließlich dorthin gelangt, läßt sich nun besser verstehen, welche Entwicklung Reinhardt zu diesem Ergebnis führte, jedenfalls, welche formalen Schritte er vollzog. Dabei kann von Entwicklung nur beschränkt gesprochen werden, da der Künstler bis 1954, als er die Farbe für die letzten 13 Jahre (fast) aus seinem Werk verbannte, verschiedene malerische Versuchsanordnungen parallel erprobt und seinerseits den Entwicklungsgedanken für seine Kunst ablehnte. Ihm ging es darum, eine ein für allemal gültige malerische Lösung zu finden, eine den Veränderlichkeiten der Zeit entrückte Kunst zu begründen. Ausgehend von kubistischen Collagen sucht Reinhardt in dem Jahrzehnt von 1940 bis 1950 zunächst eine überpersönliche Bildstruktur zu…

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