Monografie , 1982

Frida Kahlo

von Gislind Nabakowski

„Meine Träume habe ich nie gemalt –
sondern meine Realität“.

Ursprünglich wollte sie Ärztin werden. Doch ein schrecklicher Unfall ihres Busses, der sie 1925 von der Präparanden-Schule im Zentrum von México-City in den Vorort Coyoacán, wo die Eltern lebten, bringen sollte, vereitelte diesen Plan. Dabei erlitt die junge Schülerin Frida Kahlo Quetschungen der Nieren und des Beckens, Brüche des Beins und der Wirbelsäule. Eine schwere Eisenstange durchbohrte ihre Vagina. Immer und ein ganzes Leben lang hatte sie an den Folgen dieses Unglücks zu tragen. lsabel Campos, die heute über 75 Jahre alt ist, eine Freundin der mexikanischen Malerin seit ihrer Kindheit, die heute in San Angel lebt, erinnerte sich im Sommer des vorigen Jahres: „Bei dem Unfall wurde sie außerdem mit Farbe überschmiert, so daß der Pfarrer, der ihr die Absolution geben wollte, weil er vermutete, sie würde bald sterben, sie für ein leichtes Mädchen hielt“. Doch die schwerverletzte Schülerin war Atheistin und lehnte den Beistand des Pfarrers ab.

Zwei Jahre verbrachte sie – „unter bösen und schrillen Schmerzen leidend“ – im Krankenbett. Während dieser Genesungszeit begann sie zu malen und Tagebuch zu schreiben. Ihre Vorbilder waren die europäischen Meister des Unbewußten des 16. Jahrhunderts: Hieronymos Bosch und Pieter Brueghel und auch Meister des 20. Jahrhunderts wie der Naive Rousseau, der Aussteiger Paul Gauguin und der Pariser Melancholiker Modigliani.

Nach zwei Jahren Krankenbett mußte sie noch immer ein Gipskorsett tragen. Und sie schleppte ihre ersten Gemälde zu Diego Rivera (1886-1957). Schon vor dem Schicksalshieb hatte sie sich den bedeutenden kommunistischen…

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