Kunst um des Lebens willen: Der Einfluß von Fluxus auf die zeitgenössische Kultur
Von Peter Frank
In den ersten Monaten des Jahres 1990 erregte eine kleine Enklave der Rebellion die Aufmerksamkeit der Welt. Die einseitigen Selbstbestimmungsbestrebungen des litauischen Volkes wurden von einer ansonsten bescheidenen Person angeführt – einem Musikwissenschaftler und Gründungsmitglied von „Sajudis“, der sich aus akademischen Kreisen zusammensetzenden Unabhängigkeitsbewegung Litauens. Vytautas Landsbergis ist bekannt für seine Veröffentlichungen über Leben und Werk von Mikhailis Ciurlionis, dem größten Komponisten Litauens (vielleicht auch dem größten Künstler des Landes überhaupt, da Ciurlionis auch Maler war). Landsbergis ist weniger bekannt durch die konzeptionellen und gestischen Musikstücke, die er Anfang bis Mitte der 60er Jahre schrieb. Diese Stücke schickte er nach New York an seinen alten Schulfreund George Maciunas. Dieser sammelte, veröffentlichte und förderte die Aufführung der Werke, indem er unter dem Namen Fluxus ein internationales Netzwerk von Avantgarde-Künstlern, -Musikern, -Autoren und -Denkern schuf.
Landsbergis war Maciunas‘ einzige Kontaktperson und somit damals das einzige Fluxus-„Mitglied“ in der Sowjetunion. Der Musikwissenschaftler wandte sich schließlich wieder der Lehre und seiner Arbeit über Ciurlionis zu, und sein Engagement bei Fluxus (wenn auch nicht sein Kontakt mit Maciunas) nahm ab. Doch Fluxus als Haltung und als Praxis, als Implikation und als Realität, als Position und als Opposition blieb für Landsbergis auch weiterhin ein Maßstab. Die Begeisterung, mit der Fluxus sich für die ästhetische und soziale Befreiung und die beispielhafte radikale künstlerische Denkweise einsetzte, für einen – wenn auch nur vagen – demokratischen Anarchismus, in dem sich individuelle und kollektive Aktionen ergänzen, spiegelt…
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