Band 43
Spiegelbilder
Kunst und moderne Psychoanalyse
"Seit der Zeit des Surrealismus scheint die französische Kunst im Laufe der 70er Jahre zum ersten Mal wieder eine "Ehe" mit der Psychoanalyse eingegangen zu sein& ...
"Seit der Zeit des Surrealismus scheint die französische Kunst im Laufe der 70er Jahre zum ersten Mal wieder eine "Ehe" mit der Psychoanalyse eingegangen zu sein", konstatiert Marie-Luise Syring zu Beginn ihrer Betrachtungen über "Kunst und moderne Psychoanalyse." Die Herausgeberin beobachtet, „wie sich in diesem Augenblick die Humanwissenschaften, die Philosophie, die Psychoanalyse und die Kunst zu einer Art Gedanken-Gebäude zusammenschließen“, wobei der meist zitierte Text in dem im letzten Jahrzehnt immer umfangreicher und leidenschaftlicher geführten Dialog zwischen Kunst und Psychoanalyse Jacques Lacans "Spiegelstadium" (le stade du miroir) war. Dabei ist der Spiegel nicht mehr als traditioneller Gegenstand Thema der Kunst, sondern richtet sich in Form eines Fotoapparates oder Videogerätes auf die Innenwelt und Umwelt des Subjekts. Marie-Luise Syring beleuchtet die historisch-ideengeschichtliche Entwicklung, die Bedeutung konstituierender Elemente von „Spiegelbildern“; exemplarisch geschieht dies auch in Beiträgen über elf Künstler (u. a. Victor Burgin, Jochen Gerz, Francis Bacon, Alexandres Delay, Ben, Max Reithmann). Über "Stadtspiegelungen" äußern sich Ulrich Giersch, die Spiegel-Elemente "Glas.Silber.Staub" untersucht Ulrich Raulff, und Wolfgang Max Faust liefert eine Diskussionsmontage "Überleben durch Kunst" mit Beiträgen von Joseph Beuys, Hans-Jürgen Syberberg, Alfred Hrdlicka u. a.






